Review

Drei Jahre nach dem "Roten Freitag" - einem nicht näher geklärten Ereignis kosmischen Ursprungs, infolge dessen es zu weltweiten Aufständen kam - ist der Planet weitestgehend unbewohnbar und der Rest der Menschheit hat sich in überall auf der Erde verteilte Refugien zurückgezogen, in denen noch ein einigermaßen geregelter Alltag herrscht. "New Haven" in den USA ist einer jener Zufluchtsorte auf dem Gebiet der ehemaligen Bundeststaaten Pennsylvania und West Virginia und wird von einer Organisation namens UNITY verwaltet. Der junge Wyatt und seine Freundin Zoey spielen mit dem Gedanken, UNITY als Mitglieder beizutreten und treffen sich deshalb mit einigen weiteren Aspiranten zur allgemeinen Vorstellungs-Runde in dem Anwesen des Gruppen-Leiters Charles und seiner Ehefrau Regina. Nach Einbruch der Dunkelheit tauchen urplötzlich groteske Kreaturen auf, die das Meeting sprengen und die Anwesenden mit den Stacheln ihrer Skorpion-Schwänze ganz schön piesacken. Der bibelfeste Nachbar Markus schließt aus den merkwürdigen Vorgängen der letzten Jahre, dass die Apokalypse, wie sie in den Offenbarungen des Johannes prophezeit wurde, begonnen hat... Okay, nicht aus jedem Gruselfilmchen mit religiöser Kante wird gleich ein neuer "Exorzist", schon klar, aber der "Niedergang" im deutschen Titel-Zusatz bezieht sich hier wohl auf den des Horror-Genres, dem die US-Christen mit solchen faith-based Machwerken offenbar den letzten Rest geben wollen. Tatsächlich ist die im Weltall spielende Eingangs-Szene nicht völlig scheisse und auch F/X-technisch noch mit akzeptablen CGI-Tricks hingedeichselt, in die wohl das spärliche Budget zur Gänze geflossen ist. Anschließend geht es dann aber doch in typischer C-Movie-Minimal-Manier weiter mit schauspielerisch minderbegabten Napfsülzen, die erstmal ausgiebig inhaltsleere Dialoge runterleiern, bevor dann die Statisten in ihren Gummi-Monster-Kostümen auftauchen und durch irgendwelche Vorgärten stapfen. Es wäre doch schön gewesen, wenn an der Stelle noch ein wenig Klimpergeld für ein akzeptables Creature-Design übrig gewesen wäre, aber man kann halt nicht alles haben. Doch halt, der mickrige Produktions-Rahmen und die minderbemittelte Machart sind wirklich nicht das Ärgerlichste an Matt Greens Gammel-Streifen, der kräftig die Bekehrungs-Trommel rührt und einem unter falschen Vorzeichen und ziemlich hinterfotzig die heilige Schrift als "Bedienungsanleitung" (Original-Zitat!) fürs Leben unterzujubeln gedenkt... und dadurch doch glatt zum verachtenswertesten Stück Film-Scheisse mit Sci-Fi-Anstrich seit der Nicolas Cage-Gurke "Knowing - Die Zukunft endet jetzt" (oder "Kn0w1ng", für die 1337-Haxors!) wird. Wer sich also damals schon auf die "Omega Code"-Streifen oder die "Left Behind"-Reihe samt Remake (ebenfalls mit Cage, holla!) einen gehobelt hat und neuen Stoff braucht, der darf frohlocken, denn das Ende steht sperrangelweit offen und die Fortsetzung steht schon in den Startlöchern... alle anderen machen um "The Descent - Der Niedergang" aber doch lieber einen weiten Bogen, ey! Dann doch lieber Neil Marshalls überschätzter "The Descent - Abgrund des Grauens" mit den Höhlen-Gollums (kein Fan, aber immer noch besser als DAS hier!) oder sogar das Rape-Drama mit Rosario Dawson gleichen Titels...

1/10

Details
Ähnliche Filme