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Was man William Kaufman, mitlerweile einer der letzten Vertreter in der B-Action zugute halten kann, möchte, muss, ist eine gewisse Bereitschaft der Anstrengung auch für derlei Projekte, eine Art Handschrift, sich sich manchmal öfters und manchmal seltener durchdrückt, dazu eben auch das Bedienen der Klientel mit seiner Inszenierung, so wenig Geld auch zur Verfügung steht. Hier im Grunde heimlich veröffentlicht, mit einer Schauspielerin, die ihn aufgrund ihrer Karriere zuweilen auch geprägt haben wird, intuitiv oder indirekt zumindest, die Shootouts des Kaufman seine Spezialität, seine Mission:

Während einer nächtlichen militärischen Operation in einer abgeschottenen Wüstenregion gerät ds US-Spezialeinheitenteam unter Führung von Sergeant Kelly [ Max Martini ] in ein heftiges Feuergefecht durch Hinterhalt; mitten im Einsatz werden sie aber vor dem Abschuss durch eine Drohne auf das Schlachtfeld von diesem auf mysteriöse Weise entführt, und erwachen desorientiert in durchsichtigen Statiskapseln an Bord eines Raumschiffes wieder auf. Kelly und sein Team, bestehend aus bspw. Rhodie [ LaMonica Garrett ], Gibbs [ David Meadows ] Reyes [ Michael Irby ], Nash [ Linds Edwards ] und Jax [ Jaren Mitchell ] entdecken beim Gang durch das metallene Labyrinth aufgebarte, teilweise gehäutete Leichen, zudem werden sie bald in Überzahl von großen Humanoiden angegriffen. Bei der Flucht und Erkundung stoßen sie auf Ravi [ Brianna Hildebrand ], eine ebenfalls entführte Zivilistin, und ihre Mutter Anya [ Linda Hamilton ], die beide schon länger an Bord sind und einiges Licht in das Dunkel bringen können. 

Ein rückwärts zählender Countdown, eine Reise in das All, in die Dunkelheit und Stille des Weltraums, wo jeder Schrei ungehört verhallt. An Visual Effects anfangs nicht arm, aus der Vergangenheit urprünglich aufgenommen, eine Umlaufbahn, eine Programmierung, eine Route eingeschlagen, für Jahrzehnte hinweg sich drehend und kreisend, Kaufman hier auch Co-Autor. Eine Science Fiction/Actionfilm, beim Osiris und Teutates, erste Weltraumschlachten scheinbar eingespielt, ein taktisches Vorgehen, ein Manöver auf den Straßen, eine Täuschung fürderhin. In Bewegung muss man bleiben, ständig, dem Tod ausweichend, selber den Tod verbreitend, Schüsse in die Körper der Angreifer, ob mit Scharfschützenvisier oder Schnellfeuer, ob aus Nähe oder Distanz, Übersicht in Hektik und Chaos präsentiert. Ein Vorgehen im fremden Lande, ein Eindringen in gefährliches Terrain, Schießen, Treffen, Nachladen, ein ehemaliger Marktplatz, nun ein Schlachtfeld gestürmt. Je enger man dem Ziel kommt, desto bedrohlicher wird es, der Feind scheinbar nachwachsend, es geht gegen Terroristen hier.

Kopfschüsse en masse, manche Einschußlöcher per CGI, dann wieder Wert auf das Handwerk gelegt, eine lang andauernde Auseinandersetzung. Variantenreich gehalten die Eröffnung, ein Scharmützel mit Verlusten, Leichen pflastern die Straßen und die Treppen, Deckung verzweifelt gesucht. Dann passiert etwas, was Freund und Feind zum Innehalten bringt, für paar Sekunden, für Viele die letzten Augenblicke, für die Überlebenden ein einschneidendes Geschehen. Tot oder gefangen heisst es hier, Dead or Alive die Order, die Räume gewechselt, die Schauplätze verändert, die Atmosphäre, eine Art Nahtoderfahrung, bloß eher im erweckenden Sinne, eine kurze Umkehrung der Sinne, ein Wahrnehmen der Veränderung und der Gefahr, ohne Chance auf mehr als Hinsehen. Vom Kriegsgebiet in ein anderes feindliches Gebiet, vor Vorahnungen und Wissen, wo man nicht weiß, wo man es her hat, vom Gunfight in den Albtraum, der Kampf auf Leben und Tod bleibt, nur der Gegner ist jetzt unsichtbar und unsicher, die Türen verschlossen, schwer zu öffnen, alles grau und duster und beengt, eine Art Lagerhalle – was es beim Dreh gewesen sein wird – mit vielen Verwinklungen, einigen Verzierungen, wenigen Hinweisen, die nicht tröstlich sind und keinen Sinn ergeben. Eine Minimalprämisse, eine Art Update von Adrenalin: Fear the Rush, dort Pyun, hier Kaufman, beide auf ihre Art und Weise auf die Unterhaltung des Zuschauers präzisiert, einstudiert, auch idealisiert, ein Filmen mit den wenigen Mitteln, die man zur Verfügung gestellt bekommen hat, nie richtig den Sprung in die höhere Klasse, aber in die Herzen der Fans geschaffen.

Anomalien werden ausgemacht, Merkwürdigkeiten, die noch merkwürdiger sind als das Vorangegangene, ein Spiel mit Licht und Schatten auch, wie beim Fürst der Finsternis. Auf der Tonspur knarzt es und knurrt es, ein Widerhall der Laute, ein The Devil's Tomb, "This place must be dying.", abermals ein taktisches Vorgehen, ein Auskundschaften der Szenerie. Leichen baumeln von der Decke, die Köpfe abgetrennt, teilweise die Extremitäten, dann ausgeweidete Körper, ein brutales Experiment. Eine erste Gefangene wird gefunden, dann eine Kreatur ausgemacht, ein ungleicher Kampf, die eigenen Waffen nutzlos, nur ein unbekanntes Gewehr nicht von Menschenhänden gemacht. Räume werden größer und dunkler, nun wird angegriffen und verteidigt und zurückgeschossen, ein permanentes "Go", in die Lüftungsschächte geflohen. Viel Schrott und Stahl und Metall liegt hier herum, eine Einfarbigkeit des Geschehens, im Grau gefangen, Rot war die Farbe der Transportation, einige Fähigkeiten erworben, viele Männer verloren. Etwas Zynismus kommt in den Dialogen vor, etwas Wiederholungen, einige Erinnerungen, Schnipsel davon, teils grausame Bilder, Fetzen des noch Kommenden und des bereits Geschehenen, der allgegenwärtigen Bedrohung.

Fragen werden gestellt, Antworten gesucht, nicht gefunden, ein Vorwärts drängen, ein in Bewegung bleiben die einzige Option. Die Effekte sind relativ gut für diese 'Sorte' Film, einige größere Bilder auch gefunden, zuweilen, es geht über Höhen und Tiefen, keine richtige Dramaturgie zu haben ist das Problem des Filmes, er versucht sich im Erzeugen von Emotionen, von Gefühlen, Aliens - Die Rückkehr auf Sparflamme, Event Horizon ohne Wirkung, überzeugend aber in der Ausgestaltung der Szenerie, von der 'Lagerhalle' in den 'Containerhafen', Martini macht die Hauptrolle, Hamilton den Gastauftritt, mittendrin auch einige Aufmerksamkeiten gefunden, die Inszenierung weiss schon, was sie tut, auch durchaus Variantenreichtum in der Umsetzung der vielen Auseinandersetzungen gefunden. Kaufman hat den Film schon mal gedreht, dort war er mit Zombies, mit Untoten gehalten, er war nicht mit Martini, er war mit Johnny Strong, andere Bezeichnung, gleiches Szenario. Blutverschmiert und rustikal und wortkarg ist man auch hier, ein karges Milieu, mit Brutalität angereichert; Hamilton füllt die Lücken der Erzählung, zum Ende des zweiten Drittels, erst der Rückzug, dann die Initiative, Kaufman kann das Interesse wiedererwecken und aufrechterhalten, seine vorjährigen Arbeiten hatten aber allesamt mehr zu bieten, sie waren nicht derartig reduziert, sie hatten mehr zu erzählen, zu bebildern, sie waren keine Ausrede für das Kirmesschießen mit Gummimonstern, und sie boten auch mehr Orientierung, geografisch vor allem.

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