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Obgleich der Streifen nichts mit dem gelben Bikini zu tun hat, den Brian Hyland 1960 besang, dürfte der Titel eventuell an die Passage „Teenie Weenie“ angelehnt sein. Ganz so gemein, wie man es eventuell annehmen könnte ist die Hauptfigur allerdings nicht. Im Gegenteil: Sie versucht stets auszubügeln, was andere ihre Leben lang verbockt haben.

Edie (Samara Weaving) war einst Fluchtwagenfahrerin, doch mit ihrer kriminellen Vergangenheit hat sie seit einiger Zeit abgeschlossen. Wenn da nicht ihr eigentlicher Ex John (Karl Glusman) wäre, der sich beim Gangster Nico (Andy Garcia) ziemlich tief in die Misere geritten hat. Um seine horrenden Schulden zu tilgen, soll er mit Edies Hilfe den Fluchtwagen nach einem Casinoraub steuern und diese lässt sich erneut erweichen…

Es ist das Regiedebüt von Shawn Simmons, der bislang nur an einigen Drehbüchern herumwerkelte und auch hier für das Skript verantwortlich ist. Die Story, die sich über weite Teile auf Heist fokussiert, bildet letztlich auch den Knackpunkt des an sich flotten Treibens.

Zumindest riecht es ein wenig nach Tarantino, wenn Szenen mittendrin aufhören, um eventuell später noch einmal aufgegriffen zu werden. Gleiches gilt für rabiate Ableben und flotte Sprüche, welche zumindest im ersten Drittel in Ansätzen ein paar willkommene Auflockerungen mit sich bringen. Doch anderweitig wirken viele Punkte arg konstruiert oder erst gar nicht zu Ende gedacht.

So erwährt man nie konkret, wie es nach der Exposition aus dem Jahre 2007 weiter geht oder wie ein Bankraub endet, in den die Protagonistin wohl eher zufällig hinein gerät. Um einigermaßen Kontinuität zu gewährleisten, wirken manche Aspekte wie mit der Brechstange erzwungen und entsprechend geht es beinahe kapitelartig zur Sache.

Während es dem Zusammenspiel zwischen Edie und John merklich an der notwenigen Chemie mangelt, zumal der Typ notorisch talentfrei zu sein scheint, ist man deutlich mehr bei der geübten Fluchtwagenfahrerin, die es schlicht gewohnt scheint, die Makel anderer kontinuierlich auszubügeln und dabei selbst immer wieder auf der Strecke bleibt. Weaving transportiert diese emotionale Mischung gekonnt, aber auch Garcia hat im späteren Verlauf einige starke Momente. 

Ein weiterer positiver Punkt sind die gekonnt in Szene gesetzten, doch leider viel zu rar gesäten Actioneinlagen im Automobilbereich. Da crashen auch mal Fahrzeuge oder überschlagen sich, müssen rasch tollkühne Umdrehungen vollziehen oder flink Hindernissen ausweichen. Alles, was sich in Sachen Tempo nach dem Coup ereignet, ist durchaus sehenswert.

Doch dazwischen bildet sich auch etwas Leerlauf, vor allem bezüglich der diffusen Planung, welche am Ende der Vorbereitungen mit viel Willkür und einigen Zufällen einher zu gehen scheint. Hinzu kommen schwach ausgearbeitete Elemente wie das Verhältnis zum Vater oder die Idee einer eigenen Familienplanung. Auch hier laufen einige Enden komplett ins Leere.

Im Gegensatz zu den weitgehend austauschbaren Sets bringt die Musik mit Betonung auf Ende der 1970 noch etwas Stimmung mit sich und insgesamt wirkt sich die Spielfreude der meisten Mimen positiv auf das Gesamtergebnis aus. Dieses fällt aufgrund des vergleichsweise substanzlosen Drehbuchs recht durchschnittlich und beliebig aus. Das Regiedebüt hat seine lichten Momente, nur leider deutlich zu wenige davon.
5,5 von 10






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