Review

„Krieg der Welten“? Es wird ja wohl nicht noch eine Verfilmung auf der Grundlage von H. G. Wells sein. Wahrscheinlich eine Asylum Produktion. Derartige Titel gibt es ja wie Sand am Meer.

Kann ja auch nicht sein. Auf dem Cover sitzt der ehemalige Rapper Ice Cube, hinter ihm zahlreiche Monitore. Homeland Security, Überwachung und dergleichen. Also nichts mit Spielberg, Tom Cruise und die Welt retten.

Nach einer Viertelstunde wird endgültig klar, dass es sich um einen Desktop-Thriller handelt. Der Protagonist Will muss dafür erst gar nicht sein Kämmerlein verlassen und kann sogar seine schwangere Tochter Faith, ihres Zeichens Biologin und den Computernerdsohn Dave auf Schritt und Tritt und Wort überwachen. Anbei gibt es zwar beunruhigende Nachrichten einer NASA-Expertin (Eva Longoria), aber so etwas flattert dem Kontrolleur ja im Minutentakt auf den Monitor. Also bestimmt nichts mit Wells und seiner Weltuntergangsvision.

Als jedoch Meteoriten einschlagen und daraus Tripods hervorgehen, welche weltweit eine Vernichtung anstreben, sind alle Zweifel beseitigt: Doch genau der Stoff, welcher 1898 erstmals als Buch veröffentlicht wurde und dessen Hörspielumsetzung um 1938 teilweise eine regelrechte Panik auslöste.
Und jene globale Panik und Zerstörung schaut im Kleinformat gar nicht mal so übel aus.

Der Multitasking-Held hat dafür alles im Überblick wie ein Gaming-Tester, um den herum gleich mehrere Adventures gleichzeitig gespielt werden. Hier mal ein Einschlag, Menschen auf der Flucht, abgeschossene Helikopter und immerhin zwei, drei etablierte Figuren auf der Hatz durch die Straßen. Tempo und Dynamik überzeugen eine Weile, auch die Optik ist stimmig.

Doch mit der vermeintlichen Lösung des Problems und dem Entgegenstellen der Invasoren wendet sich das Blatt, - leider auch in der graphischen Umsetzung.
Im letzten Drittel ist pure Hektik angesagt, anbei setzt sich ein Versandriese selbst ein Denkmal und es werden hanebüchene Vorgänge rund um eine Verschwörung präsentiert, die fernab jeder Logik einem unüberlegten Schnellschuss gleichen.

Ein wenig Kitsch und Pathos gehören final natürlich auch mit dazu und während darstellerisch wahrlich keine Glanzleistungen auszumachen sind, fällt der Score zumindest minimal besser aus.

Regisseur Rich Lee konnte dem klassischen Stoff zwar ein paar neue Impulse verleihen und durch die Egoperspektive der Hauptfigur ein anfangs authentisch wirkendes Bild schaffen, doch die Glaubwürdigkeit des Unterfangens bröckelt ab einem bestimmten Punkt beinahe im Sekundentakt. Die erste Stunde macht Laune, die letzten 30 der rund 90 Minuten fallen eher suboptimal aus.
5 von 10

Details