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William Radford, Sicherheitsanalyst bei Homeland Security, spioniert von seinem High-Tech-Arbeitsplatz die braven US-Bürger aus und nutzt seine Surveillance-Skills nebenbei auch, um seiner schwangeren Tochter Faith nachzuschnüffeln und seinem faulen Sohn David die Videospiele von der Festplatte zu löschen. Williams Arbeitstag wird allerdings bald schon sehr viel aufregender, denn die merkwürdigen Wetter-Phänomene, auf die ihn seine Freundin, die NASA-Wissenschaftlerin Sandra Salas, aufmerksam macht, entpuppen sich doch tatsächlich als die Vorboten einer Invasion von Außerirdischen, die mit Meteoriten weltweit auf der Erde landen und anschließend mit ihren Tripods den Planeten plattmachen. Angelockt wurden die Aliens von einem geheimen Regierungs-Programm namens "Goliath", das von dem NSA-Director Donald Briggs lanciert wurde, um Big Brother-mäßig allumfassend die Daten der Bevölkerung abzugreifen. Nachdem sämtliche militärische Aktionen fehlschlagen, kann William schließlich aber doch den Tag retten, indem er den biomechanischen Aliens einen von Faith entwickelten Kannibalen-Virus unterjubelt, den ihm sein Schwiegersohn in spe, der Amazon-Lieferant Mark, mittels Luftpost per Drohne auf einem USB-Stick zukommen lässt. Danke, Jeff Bezos...! Schließt die Wettbüros, das Rennen um den schlechtesten Film von 2025 ist gelaufen und der Sieger heißt jetzt schon "Krieg der Welten"! Wer diese vorliegende erneute Adaption da bis vor Kurzem noch nicht auf dem Schirm hatte und sich angesichts sämtlicher bisherigen - und ebenfalls nicht immer sehr prallen - Leinwand- und Flimmerkisten-Verfilmungen nun fragt, wie schlimm diese schon sein kann, dem sei gesagt: Verdammt schlimm, ey! Leider hat sich Werbefilmer und Music-Clip-Regisseur Rich Lee bei seinem ersten - und hoffentlich auch einzigen! - Spielfilm mal nämlich für die schlimmste Art der Umsetzung entschieden, indem er die altbekannte Geschichte anders als bei Steven Spielbergs 2005er-Remake nicht als F/X-lastiges Alien-Invasions-Spektakel, sondern fast schon minimalistisch als Desktop-Thrillerchen à la "Open Windows", "Unknown User", "Searching" oder "Host" daherkommen lässt... wogegen sogar die beiden The Asylum-Filmchen mit C. Thomas Howell von vor zwanzig Jahren dann doch fast schon wie ganz großes Kino aussehen! Timur Bekmambetov hat sich nach einigen Regie-Flops hiermit als Produzent mal echt auch keinen Gefallen getan... und das nicht nur, weil der Streifen bereits 2020 während der Corona-Pandemie gedreht wurde und anschließend fünf Jahre auf Halde gelegen hat, bevor er nun doch noch auf Prime Video veröffentlicht wurde, anstatt lieber für immer in den Giftschrank zu wandern. Was bei Orson Welles in den 30er Jahren als Hörspiel auch noch gänzlich ohne Bildebene funktioniert hat, gerät nun zum maximal peinlichen Cringe-Fest, das einen H.G. Wells noch mit Verspätung heftig im Grab rotieren lässt. Der ehemals harte Gangster-Rapper Ice Cube ist da als Technik-Fuzzi im Regierungs-Dienst und Knecht des Establishments vermutlich die Fehlbesetzung des Jahrzehnts und wenn man ihm bei der nächsten Verleihung nicht sämtliche Razzie-Awards hinterherschmeisst, läuft da irgendwas gewaltig schief! Seine "Performance" beschränkt sich dann auch auf seine übliche angepisste Persona, die er frontal in die Kamera und damit dem Zuschauer mitten ins Gesicht spielt... und die er nicht mal minimal in Hinsicht auf die Bedürfnisse seiner Rolle als Familienvater hin moduliert, was ganz schnell die Sympathien schwinden lässt und einem flott arg auf die Nuss geht. Doch nicht nur auf darstellerischer Ebene herrscht schierer Dilettantismus, auch formal ist dieser 2025er-"Krieg der Welten" ein echtes Schlachtfeld: Die ziemlich nichtige Alien-Invasions-Story wird dieses Mal in einem hektischen Wirrwarr aus Computer-Grafiken, Video-Calls, News-Schnipseln und wackeligen Handy-Aufnahmen erzählt, dass einem da ziemlich schnell die Omme dröhnt, womit aber immerhin der Fokus von so manchem extra-schwachsinnigen, inhaltlichen Detail abgelenkt wird... von der allmächtigen Zauber-Software, die hier in technophiler 90s-Manier zum Einsatz kommt und für Kopfpatsch-Momente am laufenden Band sorgt bis hin zu blödsinnigstem Regierungs-Verschwörungs-Gedöns aus dunkelsten "Akte X"-Zeiten, mit dem das Ganze unterfüttert wurde. Wenn man sieht, wie die Alien-Tripods mit ihren Tentakeln irgendwelche Server-Center anzapfen, kommt einem auch lediglich der Gedanke in den Sinn, dass dieser Ultra-Trash nur deshalb entstanden ist, weil irgendeiner der Verantwortlichen das Wort "Datenkrake" in den falschen Hals gekriegt hat. Ach ja, dreiste Werbung für Amazon ist übrigens auch noch drin, für den Fall, dass beim Ansehen so viele Gehirnzellen absterben, dass man vergisst, auf welchem Streaming-Dienst man sich die Scheisse gerade reinzieht.

1/10

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