Inhalt:
Chaos im Beijing um die vorletzte Jahrhundertwende. Szu Tsih (Li Li Hua), die Kaiser-Witwe, die den amtierenden Kaiser, ihren Neffen, internieren ließ, sieht sich einer Straf-Expedition von 8 fremden Mächten europäischer und japanisch-/u.s.amerikanischer Provenienz ausgesetzt. Ob der dank ihrer Feuerwaffentechnik überlegenen Streitkräfte dieser Alianz, sieht sich die manchurische Qing-Dynastie unter der Kaiser-Witwe der drohenden Okkupation gar ohnmächtig gegenübergestellt!
Doch die Patrioten um den Boxer-Anführer Li (Johnny Wang Lung Wei) formieren sich für den Widerstand! Szu Tsih glaubt den Worten Li´s, dass diese Kämpfer durch mörderisches Training unverwundbar und unbesiegbar sind. Zu diesen Kämpfern gehören auch Shuai (Chi Kuan Chun), Chang (Alexander Fu Sheng) und Chen (Leung Kar Yan)..., sie alle sollen im Kampf gegen die Alianz der Fremden geopfert werden.
Die 3 wollen Li aufhalten..., da preschen jedoch die Besatzer unter der Führung des preußischen Generals von Waldersee (Richard Harrison) vor..., und diese nehmen nach kurzem Kampf die chinesische Metropole ein!
Shuai, Chang und Chen wollen aus der Stadt ausbrechen..., zu den bürgerlichen Revolutionären im Süden..., und sie bekommen gar zwischenzeitlich von Waldersee in ihre Gewalt!
Ein mörderischer Ausbruchsversuch steht den Helden aber noch bevor.....
Fazit:
Ein wirklich starker, actiongeladener und materiell ambitionierter, wie auch ungewöhnlicher Eastern des Shaw-Meisterregisseurs Chang Cheh, welchen dieser im Jahre 1976 mit seinem Star-Duo Alexander Fu Sheng / Chi Kuan Chun gekonnt in Szene setzte!
Mir liegt leider nur die dt. Fassung dieses Streifens vor, welche natürlich cut ist..., hier wurde ein fast zweieinhalb stündiger Film auf gut die Hälfte der Laufzeit eingedampft, und offenbar von einem monumentaleren Streifen auf einen Actioner reduziert. Nun fehlt mir der Vergleich, aber es kann durchaus sein, dass hier die wohl vorhandenen Längen rausgeschnitten wurden, um ganz auf die Action-Karte zu setzen..., tja, mir gefiel´s..., vielleicht war hier weniger wirklich mehr..., denn ich finde den Streifen richtig gut!
Chang Cheh umreißt den historischen Background dieses Filmes kurz und wohl auch zu knapp..., es kam ihm hier nicht auf eine Geschichts-Lehrstunde an. Ihm kam es auf einen unterhaltenden, wenn auch materiell ambitionierten Streifen an, und die KungFu-Action sollte nicht zu kurz kommen. Ein Spagat der meiner Meinung nach Chang Cheh hier gelang!
Wie sich hier Alexander Fu Sheng, Leung Kar Yan, Tang Yen Tsan und Chi Kuan Chun den schwer bewaffneten Einheiten der Besatzer in einem ungleichen Kampf stellen, das ist schon bemerkenswert, und mit Drive von der Kampf-Regie umgesetzt, und es wird natürlich überaus blutig. Unsere Helden versuchen, den Aliierten die Waffen zu entreißen..., schon beeindruckend, wie beispielsweise Alexander Fu Sheng in einer Szene mehrere mit Gewehren bewaffnete Gegner mit einer Serie von tiefen Rückwärts-Tritten zickzackweise blitzschnell niederzwingt. Stark!
Interessant ist, dass hier auch die Ehegattin von Alexander Fu Sheng, Jenny Tseng, einen Auftritt hat. Chi Kuan Chun gibt wieder einmal den eher nachdenklichen Kämpfer. Ein seltener Anblick in einem chinesischen Film, die europiden Darsteller, allen voran Richard Harrison, der schon als "Marco Polo" in der gleichnamigen Shaw-Produktion agierte. In der deutschen Fassung spricht ihn übrigens Christian Wolf.
So wie in "Tempel der Shaolin" mit der historisch belegten Zerstörung des Shaolin-Tempels, spielt hier Chang Cheh mit der Historie..., diese wird nur angekratzt, ist nur Background für eine relativ simple Handlung und viele KungFu-Fights von Superhelden gegen waffentechnisch überlegene Feinde, was natürlich auch etwas unrealistisch ist.
Den Boxeraustand gab es wirklich, und China wurde auch zum Spielball europäischer Mächte..., der Aufstand dürfte sich aber kaum so zugetragen haben, wie hier dargestellt.
Die deutsche Fassung ist auf einen KungFu-Actioner reduziert, der aber die hohe materielle Ambition der Macher mehr als erahnen lässt.
Für mich zählt "Aufstand der Shaolin" (der Streifen hat mehrere dt. Betitelungen erhalten) mit zu den besten Streifen Chang Cheh´s, es ist auch ein Film, der den Ruhm Alexander Fu Sheng´s mitbegründete. Verdiente, excelente 8/10 Punkte gibt es zu verteilen.