Gia Shah taucht zur Jahrestags-Erinnerung an ihren verstorbenen Mann in den Florida Keys, wo mehrere Kisten Kokain aus einem Kartell-Transport versunken sind. Leo Reverend schickt seine Handlanger Jareth und Charlotte aus, um die Ladung zu bergen, doch Haie erschweren die Bergung und Gia kommt ihnen auch in die Quere.
Anthony C. Ferrante, Regisseur der Sharknado-Trash-Klassiker-Reihe zeichnet bei diesem Low-Budget Shark-Thriller für Regie, Story, Drehbuch, Editing und Unterwasseraufnahmen verantwortlich. Als Hai-Fan ist man eh nicht verwöhnt und sicher oft bereit ein paar Dinge zu schlucken und wenn man das tatsächlich hinbekommt, kann diese Fischsuppe sogar leidlich Spaß machen.
Die unbekannte, von Ferrante aber häufiger eingesetzte Angela Cole passt als gleichermaßen toughe wie verletzliche Gia Shah und ist zudem noch sympathisch. und Ashton Leigh als Charlotte und Johnny Ramey als Jareth sind solide, aber Steve Hanks als Boss Reverend ist ein lachhafter Totalausfall, eine übertriebene Karikatur, ein Möchtegern-Hai, der sich letztlich aber doch als Guppy entpuppt.
Dabei verlangt die Story den Darstellenden wirklich nicht viel ab. Die Prämisse ist nicht neu und die Einstiegsszene an absurder, unfreiwilliger Komik kaum zu überbieten. Da haben vier tumbe Ganster schwimmende Kisten hinterm Boot hängen und anstatt die trockenen Fußes an Bord zu ziehen, schaffen sie es allesamt gefressen zu werden. 4–0 für Darwin. Zugegeben, dass Haie auf Boote springen oder sich an Hubschrauber hängen oder gar wie Delfine aus dem Wasser springen, kam dann doch etwas unerwartet, hat nach dem jeweils ersten WTF-Moment in der grenzdebilen Absurdität aber für echtes Vergnügen gesorgt.
Weniger vergnüglich sind dagegen die CGI-Effekte, die von schlecht (Haie außerhalb des Wassers), über mäßig (durchs Wasser ziehende Flossen) bis hin zu brauchbar (Haie unter Wasser) rangieren. Allerdings bietet das Hai-Subgenre sehr oft noch deutlich miesere Effekte, und bedenkt man das Budget von rund $400.000 und Vielzahl an Hai-Szenen, dann braucht man eigentlich nicht meckern. Und wer bei einem Low-Budget Hai-Film State-of-the-Art-CGI erwartet, ist eh im falschen Film.
Immerhin hält Ferrante das Tempo recht konstant auf einem guten Level und Familie Hai hat einiges an Screentime. Insgesamt kommt Great White Waters dadurch besser weg als erwartet/befürchtet. Okayes Fischstäbchen für zwischendurch mit einer Prise Absurdität und einem guten Schuss Komik (womöglich gewollt? Wer weiß).