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Girls and Guns Flick, der über mehr Klasse als die meisten seiner Vertreter verfügt und als „richtiger“ Film statt als Abfolge von Actionszenen erscheint und zumindest versucht, eine halbwegs plausible Handlung zu erzählen, obwohl ausgerechnet diese den grössten Schwachpunkt des ansonsten überdurchschnittlichen Filmes darstellt: Man teilt sie nämlich auf.

In einer getrennten und erst ab Minute 55 zusammengefügten Parallelhandlung werden einmal die Aktionen der beiden Killerinnen Silver Fox [ Moon Lee ] und Black Cat [ Yukari Oshima ] betrachtet, die im Auftrag ihres Bosses Fok [ Eddy Ko ] eine 5 1/4" Disk vom International Crime Centre beschaffen sollen, und dabei auch schon mal ein Riesentohuwabohu im und um den Bangkok – Airport veranstalten. Gleichzeitig werden die Ex – Polizistin Si Lan Fa [ Sibelle Hu ] und ihr Bruder Rocky [ Ben Lam ] gezeigt, wobei der letzter gemäss seines Namensvetters einer Boxerkarriere anstreben will und an einen windigen Geschäftemacher gerät.

Die zweite Story ist eindeutig die uninspirierte, und vermag dem Film nur mit einigen durchaus guten Thai – Kämpfen im Ring etwas beizutragen, hebelt das mit der Darstellung von Sibelle Hu allerdings fast wieder auf.
Das Killer – Epos allerdings nimmt schon ganz andere Züge an, die Figuren werden ernst genommen und auch so behandelt, das gleiche gilt für die zugeben etwa bekannten Situationen, die zumindest überzeugend gehandhabt werden, wobei die wie immer sichere Regie von Wong Jan Yeung [ Mission of Justice, Angel Terminators 2, Fist of Mercy ] und das eingängige Maintheme sehr viel aus dem gängigen Material herausholen. Zudem stimmt hierbei die Besetzung, Oshima und Lee sind nun mal die Battle Queens, hier ausserdem in der Hochphase ihrer Karriere; auch die anderen anderen Akteure [ bis auf Sibelle ] stehen weit über dem Genredurchschnitt.

Als die beiden Geschichten endlich kollidieren werden in rascher Abfolge einige überzeugende Actionszenen aufgeworfen, schnell aber übersichtlich geschnitten, hoher Stuntanteil und auch richtig schön bleihaltig.
Sei es die Aktion am Flughafen, die Boxkämpfe, die früheren Attentate, bei dem auch schon mal ein Schulbus voll Kindern explodiert oder der brachiale Showdown, bei dem sich in einer verminten Gegend geprügelt wird: Die Actionszenen von Faan Chin Hung, Simon Leung Sang, und Yuan Ching Lee sind durchweg top notch.
Die Produktion von T & M International Film Co. wartet zudem mit einem moderatem Budget und richtig guter technischer Umsetzung auf; eine Tatsache, die den Film auch heutzutage noch schnieke aussehen lässt.
Halt nur schade, dass die eine Hälfte des Drehbuches selbst für Wong Jan Yeung nicht wirklich was hergibt.

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