Review


Inhalt:

Zum Ende der Manchu-Dynastie herrscht in China immer mehr das Chaos!
Marodeure durchziehen das Land. Einer von ihnen, Chang (David Chiang), tötet General Ma Hsing Yi (Ti Lung). Vor Gericht legt Chang schriftlich dar, wodurch alles so kam: Er und sein Freund Huang (Chen Kuan Tai) waren einst Marodeure, sie überfielen auch Ma Hsing Yi. Nach dem Kampf überlässt Ma sein Silber den beiden, und nimmt sie in seine private Armee auf...

Alsbald freunden sich die beiden mit Ma an..., dieser tritt mit seinen Leuten in den Dienst des Kaisers. Chang und Huang werden für Ma zu wichtigen Stützen im Kampf gegen die Manchu-feindlichen Kräfte, und sie erringen Sieg um Sieg...

Doch aus Freunden werden Feinde. Ma verliebt sich in Huang´s Ehefrau Mi Lan (Ching Li), diese erwidert seine Gefühle...

Ma lässt Huang töten..., und zwischen Ma und Chang kommt es zum erbitterten Zweikampf. 
Nach einem hastig durchgeführten Verfahren wird Chang zum Tode verurteilt...
Ein ebenso feiger wie hinterhältiger Manchu-Günstling (Tien Ching) vollstreckt die grausame Hinrichtung...

Zurück bleibt Mi Lan..., die Augen tränenerfüllt..., um derenhalben die Freundschaft der Männer zerbrach.....

Fazit:

Dieser opulente Streifen ist ein besonderer und außergewöhnlicher Eastern, den Shaw-Star-Regisseur Chang Cheh im Jahre 1973 für das legendäre Studio an der Clearwater Bay in Hongkong schuf.
Es ist ein Eastern des Altmeisters, in dem mit wuchtigen Bildern und excelenten Darstellungen eine Geschichte um Liebe, Verrat und Eifersucht erzählt wird..., die Regie sich Zeit ließ..., und in dem die KungFu-Action einmal in den Hintergrund trat.

Das mag nun für manche Betrachter etwas langatmig geraten sein..., und wenn man nun auf ein rasantes Handkanten-Drama von vornherein setzte, wird man wohl als Zuschauer eher enttäuscht gewesen sein...
Nun..., ich war es nicht..., im Gegenteil, Chang Cheh´s Eifersuchts-Drama überzeugte mich fast auf ganzer Linie...!

Chang Cheh ging es in den meisten seiner Filme um die Strapazierung der Thematik "Männerfreundschaften / Männerbünde"..., und wie dann ein gemeinsamer Feind von diesem Bündnis angegangen wird. Hier aber in diesem Streifen, hebt sich diese Gesetzmäßigkeit auf..., denn hier kommt einem Männerbund eine Frau in die Quere..., und die Männer werden daraufhin zu Feinden. 
Hinzukommt, dass sich einer der Männer, in diesem Fall Ti Lung, der hier die Rolle des villain einnahm, characterlich völlig verändert. Der Ruhm..., das Töten..., steigt Ma Hsing Yi hier zu Kopf...! Er nimmt sich was er will..., eben auch die Frau eines Freundes. Überhaupt zeigt hier Ti Lung eine sehr starke schauspielerische Leistung..., die Veränderung seines Characters, seiner Psyche..., wir hier von Ti Lung eindrucksvoll dargestellt.

Auf der anderen Seite haben wir hier zum einen Ching Li..., auch sie verkörpert die Figur der Mi Lan grandios. Denn sie ist in ihrer Beziehung absolut unglücklich..., sie und Huang (Chen Kuan Tai) haben offenbar sehr jung geheiratet. Huang ist "nur" ein netter Kerl..., auch ein Hitzkopf..., und auch nicht sehr eloquent. Ching Li will aber eher einen Mann, zu dem sie aufschauen kann..., und das kann sie beim Freund ihres Gatten..., eben Ma Hsing Yi...
Auch Ching Li agiert also in einer besonderen Rolle... und tut dies bravorös...

Chen Kuan Tai...., ich sprach sein Rollenbild bereits an..., und er ist hier der gehörnte Ehemann. Als ihm dies klar wird, ist es bereits zu spät..., und er ist in die Falle Ma Hsing Yi´s getappt..., verzweifelt fightet er dann um sein Leben...

Zwischen den Stühlen sitzt hier quasi David Chiang..., er erkennt das makabre Spiel Ti Lung´s..., und wird zum Rächer..., womit dieses Drama dann den Kulminationspunkt erhält.

Dies ist also denn eher ein Melodram..., um Liebe, Hass und Eifersucht, und das Zerbrechen einer Männerfreundschaft durch eine Frau, für die man(n) aber auch ein gewisses Verständnis aufbringen muss..., erzählt in wuchtig-opulenten Bildern, und vielen Massen-Szenen und einer kostenträchtigen Ausstattung...

Doch es ist aber eben auch ein Eastern..., es wird auch gefightet, und dies auf durchaus hohem Niveau, wenn auch eben für einen Eastern quantitativ geringer.
Doch überzeugten mich die Fights durchaus..., vor allem der verzweifelte Kampf Chen Kuan Tai´s um sein Leben..., ein brutaler, intensiver KungFu-Fight.
Auch das Duell zwischen Ti Lung und David Chiang, welches hier quasi den Endkampf dieses Streifens bedeutet..., steckt voller Dramatik..., und kernigem KungFu!

"Die Blutsbrüder des gelben Drachen" ("Blood brothers") ist ein Streifen, der seinerzeit sehr erfolgreich war..., in Hongkong, in Asien..., und auch in Deutschland. Dies hat seine Gründe..., ein melodramatischer Eastern mit kernigen Kämpfen, und 4 Darstellern die ihre brüchigen Figuren absolut überzeugend verkörpern..., alles eingebettet in eine opulente Szenerie. Mir gefällt der Film noch heute ausgezeichnet..., ich sehe ihn mir immer wieder gerne an...

Nun..., es kam auch viel Kritik..., "zu wenig Action", "wieso rollen die denn so viel beim Kampf von Chen Kuan Tai...?"..., wer was finden will, und mit der Intention einen Actioner zu erwarten..., klar, der wird enttäuscht sein.
Diesen Streifen hier muss man differenziert sehen. Eines muss ich aber noch schreiben...
Die dt. Fassung..., wie sie auf dem Video von VPS enthalten ist..., sie gefällt mir doch besser als die originäre uncut-Version mit neuer Synchronisation..., hier werden die Dinge klarer geschildert... und die damalige Kino-Synchronisation mit Fred Maire (Ti Lung) und Elmar Wepper (David Chiang)..., sie ist unschlagbar. Ich empfehle also eher die alte deutsche Fassung...

Ich vergebe hier 9/10 Punkte... 

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