Nach dem ordentlichen Regiewerk Trouble Man (2025) gleich die nächste schauspielerische Vorführung, allerdings nicht Verführung von Michael Jai White, eins führt zum anderen, die Nachfrage ausnutzend, der Klientel ihren Willen gezeigt. Veröffentlicht von Quiver Distribution, die mittlerweile auch ihren Namen haben und ihre präsentieren, dazu viele kleine Logos, viele kleinen Firmen, die Geschichte dafür in einer Metropole angesiedelt, in der Metropole schlechthin, New York, "concrete jungle where dreams are made of.", so heißt es hier, White erzählt seine Geschichte, eine von acht Millionen Geschichten, seine die besondere, zumindest jetzt und hier:
Pete Stryker [ Michael Jai White ] arbeitet als Art Ausputzer für Arcado [ John Littlefield ], zudem war er bis vor kurzem mit dessen Tochter Mora [ Pom Klementieff für Arme: Aimee Stolte ] zusammen, sie sind gerade in einer Beziehungspause. Als Pete als Verräter für das FBI und in Verbindung mit 'Wanzen' gebracht wird, setzt Arcado eine halbe Million Dollar Kopfgeld auf seinen besten Mann an, der es bald und abwechselnd mit Reaper [ Aleks Paunovic ], Muerto [ Benjamin Joel Acre ], Mingjue [ Alex Mallari Jr. ] plus ihren Mannen, und selbst seinem besten Freund Thanatos [ Damon Runyan ] zu tun bekommt. Pete sieht nur eine Chance, aus der Angelegenheit heil zu entkommen und seine Unschuld zu beweisen, nämlich die Beseitigung der direkten Konkurrentin Angel [ Dawn Olivieri ].
Eine erste Kampfszene in einem Fahrstuhl, einem Aufzug, reichlich brutal gehalten, reichlich zerschnitten allerdings, während der Beichte eines Workaholics eingeschnitten, einzelne Einstellungen, nicht der volle Genuss, eher der Appetizer, der Prolog, die Einleitung, noch nicht die rechte Aufmerksamkeit dafür. Eine Actionkomödie soll es werden, das war Trouble Man auch, nicht alles ernst zu nehmen, die Gewalttätigkeit nicht und das Geschehen insgesamt, eine Gangsterplotte im Gedeihen, der Humor dazwischen dargebracht, in kleineren wie in größeren Dosen, hier nicht von White selber gedreht, jemand anderem Überlassen, der Titel nach gut 10 Minuten, viel bislang abgelaufen, viel passiert.
Das (vermeintliche) Großstadtmilieu tut dem Film ganz gut, die Einblendungen à la Tarantino nicht, das ist Mitte Neunziger, die sind vorbei, seit längerem schon, viel Text dafür auch noch, eine doppelte Verneinung. Der Wortsalat ist zu Beginn mäßig bis dann irgendwann gar nicht mehr interessant, dann lieber die zerschnittene Kampfszene, dafür schaltet man ein, es kommt auch bald die nächste, wieder gegen eine Überzahl, mit zwei, drei gekonnten Einstellungen, vor allem die mit dem Baseballschläger, "That was hardcore.", ansonsten wird wieder viel geredet, viel salbadert, Wortwitz probiert, das hat alles nicht so richtig Hand und Fuß, da war der andere Film besser aufgestellt, besser angezogen und vollzogen.
White spielt die Rolle fast genauso, warum auch nicht, er ist auch eine Art Fixer, hier wie dort, er sagt seine Sätze auf, sie sind nur viel mehr, ein ganzer Roman hier geschrieben, man hangelt sich von einer Kampfszene zur anderen, die sind leider nur nicht so überzeugend wie White sein könnte mit all seinen Fähigkeiten, seiner Körperbeherrschung, seinem Training. Dabei ist die Stuntarbeit durchaus ordentlich, wird reichlich vertrimmt und ausgeteilt und eingesteckt, aber die Kamera will zu viel mitarbeiten, die Musik ist laut und unpassend eingestellt, dazu wird viel totgeredet, um den heißen Brei geredet, der 'Rat' - Plot kommt nicht voran, trotz viel in Bewegung, trotz vielen Auseinandersetzungen, es ist nicht gut geschrieben und es ist auch nicht besonders gut gedreht. So schaut man White zu, wie er von einer Bredouille in die andere kommt und sich freikämpft, es wird sich wiederholt, nicht variiert, nur repetiert, und moralisiert, tatsächlich. Eine minimale Prämisse, ein Aufhänger noch, mehr nicht, der Rest bekommt den Rahmen nicht gefüllt, weder darstellerisch noch actiontechnisch, zumal letzteres nicht sonderlich effektiv ist und nicht interessiert. Eine schießwütige Aufräumarbeit Richtung (doppelter) Showdown ist etwas besser, am Ende hat man gelernt, bisschen spät, besser spät als nie.