Review

Natasha Flynn (Polly Maberly) besitzt ein Maklerbüro in London. Allerdings eher ein kleines. In ihrem Portfolio befinden sich vorzugsweise zweit- und drittklassige Immobilien. Was die Dame aber perfekt beherrscht ist das Erzeugen von allerlei Blendwerk, man glaubt, es mit einer stets überbeanspruchten Person ungeheurer Wichtigkeit zu tun zu haben. Dazu gehört der Besuch neonbeleuchteter Etablissements, das Tragen exquisiter Outfits, der Genuss teurer Getränke und jede Menge Kokain. Das kostet natürlich. Und die gute Natasha ist nur scheinbar vermögend, in Wirklichkeit hat sie das meiste Geld geliehen. Und irgendwann wollen die Gläubiger ihre Kohle zurück und setzen Natasha unter zunehmenden Druck. Doch die hat einen alten Bekannten alias "The Viking" (Mikael Persbrandt) in petto, der ein ganzes Waffenarsenal mitbringt, womit die lästigen Menschen final in einer grotesk comichaft überzeichneten Sequenz durch den Viking und sie selbst ins Jenseits befördert werden. In Siegerpose steht sie am Ende im Kreise eines nunmehr immens angewachsenen Heers von Anhängern inmitten des Büros eines verschiedenen Nebenbuhlers und lässt sich feiern.

Ein doch recht simpler Plot. Aber wie seine Hauptfigur und auch die meisten Nebenfiguren (der einzig geerdete scheint der ominöse Viking zu sein) ist auch der Film selbst eine einzige schillernde Luftblase. Plopp. Nichts dahinter. Zwar gelingen einige visuell ansprechende Szenen im nächtlichen London und auch der Soundtrack der von mir seit Jahrzehnten sehr geschätzten Band THE THE (Mastermind Matt Johnson ist übrigens der Bruder des Regisseurs Gerard Johnson), passt dazu 1a, doch letztlich bleibt nichts als gähnende Leere.

Der Film ist 60 Minuten zu lang, die Figuren sind absolut langweilig und sie reden auch zu viel, sehr oft konfus durcheinander. Von der Struktur her erinnerte mich ODYSSEY an Tarantinos Quassel-Desaster THE HATEFUL 8 (auch wenn der noch quälende 70 Minuten länger ist): Zuerst wird ewig geredet, es folgt ein übertrieben blutiges Gemetzel und kurz danach der Abspann.

Ich denke, für diesen unnötigen Streifen sind vier Punkte mehr als genug.

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