Staffel 1
Xenodwarf
Ich würde mich durchaus als Fan des „Alien“-Franchises bezeichnen und somit gehört „Alien: Earth“ jetzt im Jahresendspurt ohne Ausrede noch zu den Serien, die ich nachholen und bei der ich mir unbedingt meine eigene Meinung bilden will. Die Handlung lässt ein Raumschiff der Weyland-Yutani-Corporation auf eine von Mega-Techkonzernen und künstlichen Lebensformen umkämpfte Erde stürzen - mitsamt ein paar der gefährlichsten Lebensformen des Universums…
Wenig „Alien“, viel Disney?
ALIEN
+ Extrem hochwertiger, den Ursprüngen des Franchise gebürtiger Look
+ Neue Monster und kreative Designs
+ Immersive Soundkulissen
+ Elektronisch-pulsierender Score
+ Interessantes Worldbuilding mit K.I.-Grabenkämpfen
+ Anfangs ein wenig „Blade Runner“-Vibes
+ Erstaunlich viel haptisch, handgemacht, hardcore
+ Monster zwischen süss, eklig, tödlich
+ Erweiterung des Kosmos'
+ Timothy Olyphant mit einer (positiv-)speziellen Performance
+ Einige philosophische und moralische Fragen werden gestellt oder zumindest angekratzt
+ Öffnet neue Wege für das Franchise; traut sich teilweise auch etwas
+ Nicht nur „Memberberries“
+ Creature Feature-Vibes
+ Ein paar echt splattrige Momente
+ Vieles glänzt und schwitzt und klebt und ätzt; sehr organisch
+ Tolle technische Details
+ Einige Momente und besonders eine Folge erinnern etwas an „Alien: Isolation“
+ Man hatte zuvor noch nicht allzu viel von der Erde in der „Alien“-Welt gesehen
+ Sieht keinen Deut schlechter aus als z.B. „Alien: Romulus“
+ Exzellente HDR-Nutzung
DISNEY
— Fokus nicht immer auf dem „Alien“
— Gegen Ende ein paar lächerliche Momente, die fast alles zerstören und viel Immersion, Spannung herausnehmen
— Die (halb-)menschlichen Figuren sind nicht wirklich alle interessant
— Teils ein bisschen kindisch und naiv und dumm
— Aggressive „Schwarzblenden“ reißen ein wenig raus
— Teils zu viele Figuren für meinen Geschmack
— Könnte straffer und konzentrierter und böser (!) sein
— Durchaus ärgerliche und kaum logisch erklärbare „Plotarmour“ für einige Figuren
— Nimmt einem ein wenig die Angst vor dem Xenomorph
— Die Rocksongs über die Abspänne passen nicht - so badass ist die Show nicht!
— „Disneyfizierung“ wird im Verlauf der Staffel immer aggressiver und abstoßender
— Teils dümmstes Figurenverhalten wie einst in „Alien: Covenant“ oder „Prometheus“
— Man weiß nicht wirklich, ob und wo das jetzt in die Lore zählt
— Gerade die nerdigeren Figuren sind wandelnde Klischees
— Nicht alle Entscheidungen und Richtungen ergeben für mich am Ende Sinn
— Insgesamt macht das phasenweise Lust auf mehr, doch gerade hintenraus bleibt auch ein fader Beigeschmack
— Der Horror hätte viel mehr im Fokus stehen können
Fazit: Eine Serie voller Licht und Schatten und qualitativer Gegensätze. Ein grandioser Look, starkes Worldbuilding und für das Franchise mutig-neue Ansätze treffen auf katastrophale Entscheidungen, Disneyfizierung und WTF?!-Momente im negativen Sinne gerade in der zweiten Staffelhälfte. Trotzdem insgesamt für mich nicht ansatzweise so mies, wie man an manch einer Ecke hört… Man muss sich nicht immer an Fehlern in eine Abwärtsspirale haten! (6,5/10)