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Seit kurzem kümmert sich der Zeit seines Lebens im Filmbusiness tätige, nämlich schon als Kinderdarsteller in den frühen Neunzigern bekannt gewordene Tommy Sik Siu-Lung , der mittlerweile als 'Ashton Chen' vor allem auf den chinesischen Streamingmarkt flaniert, auch selbst um seine Karriere, in Form der Regieführung und das mit ihm in der Hauptrolle nämlich. So ist neben Detectice Chen (2022) nun auch The Drunken Prodigy erschienen, eine inhaltliche Versetzung in die Period Piece Zeit, eine Martial Arts Komödie der Sorte, mit denen der Darsteller und Regisseur aufgewachsen ist bzw. noch früher, die Drunken Master Zeit:

Lin Yao [ Ashton Chen ], der verwöhnte Erbe einer wohlhabenden Familie, ist seit seiner Kindheit ein Martial-Arts-Enthusiast und glaubt, unbesiegbar zu sein. Auf der Suche nach seiner Liebe zu Qin Shuang [ Vivi Chen ], der Schönheitskönigin des örtlichen Lusthauses, fällt er in eine schlaue Falle, die von Li Bai Mei [ Terence Yin ] und seinen Komplizen gestellt wurde. Getäuscht und ruiniert findet Lin Yao die Kraft, sein Leben zu überdenken; mit der Hilfe seiner Familie beschließt er, seine Kampfkunstfähigkeiten zu verbessern und trainiert hart, um den Betrunkenen Faust-Stil zu meistern und ein wahrer Beschützer der Menschen seiner Stadt zu werden.

Ein größeres Städtchen als Schauplatz hier, durchaus bevölkert, seine Dekoration und Statisterie hat man gefunden, seine Zuschauerschaft, es wird dem Genre gehuldigt. Es gibt auch frühzeitig ein öffentliches Martial Arts Duell, extra ausgetragen, und es gibt frühzeitig Kampfkunst in seiner Effektivität zu bestaunen, gar mit visuellem Eindruck und Effekt und Einfällen, rapide, aber trotzdem glatte Übergänge in der Montage zum Beispiel. Waffen- und Nahkampf bei Tag und bei Nacht, bei Wind und Wetter, für die Hauptfigur bald eine Selbstverständlichkeit und Langeweile, er gewinnt ständig. Er würde lieber für das Vaterland kämpfen, das erlaubt der Vater nicht, allerdings steckt ein Geheimnis dahinter, die Fights sind getürkt. Die Gründe dafür und das weitere Vorgehen wird nach und nach erläutert, der Sohn will raus in die Welt und was erleben, sich einen Namen machen, der Vater den Spross bei sich halten, als Stubenhocker, als Nesthäkchen, zur Sicherheit, zur Beruhigung, ein Unterschied in Motiv und Verhaltensweisen. Eine agile Kamera fängt dies ein, musikalisch ist das eher modern ebenfalls arrangiert, es braucht erst einen Neuankömmling, einen Neuanfang. Mit Selbstbewusstsein und dem Wissen darüber und darum wird das durchaus in Szene gesetzt, Ausweichtaktiken, längeren Einstellungen, Details zur Verfügung ebenfalls; der komödiantische Part ist eher aus dem Shaolin Popey - Bereich, vielleicht nicht ganz so ausdrücklich, aufdringlich und verkrampft, aber mit deutlich Referenzen, ein dicker humoristischer Anstrich, eine Liebesgeschichte zugleich.

Attraktiv ist das gehalten, es ist gut aufgestellt, es ist nicht wirklich Kino, aber dort wird es auch nicht veröffentlicht und abgespielt. Eine Art größerer Fernsehfilm, ein Serienspecial, gut aussehend schon, aber etwas dünn gehalten, dann ein blutiger Zwischenfall, eine ungewöhnliche Überraschung, vom Klamauk zum Problem, ein dramatischer Akt, das Erwecken von Interesse und Aufmerksamkeit. Eine Wette um ein Menschenleben, mit einem bislang stillschweigenden und unbekannten Beobachter im Hintergrund; Sik meistert die Doppelbelastung schwerelos, er formuliert seine Stärken selber und die der anderen zusätzlich.

Eine Handlung mit Wendungen hier, mit Genrewechseln mittendrin und dies jeweils fließend und gekonnt, ein besseres Skript als üblich, das Drehbuch und das Drehteam als Unterstützung; eine Person wird von seinem hohen Thron geholt, erst Aufstieg, dann Fall. Eine Lehre und eine Lektion wird hier geboten, und ausgerechnet hier machen auch die Rückblicke Sinn; eine Schachmatt-Situation. Versprechen werden gemacht, vom Film gehalten, im Film gebrochen, mit Wirework bisweilen nachgeholfen. Veränderungen treten auf und ein, mit Geld und Tricks wird gearbeitet, mit Talent und Fähigkeiten, mit Akrobatik und Stunts; darstellerisch von den Beteiligten im übrigen gut gehandhabt, in der Ausdehnung, in der Sinnfindung (und dem Japan-Bashing) vielleicht ein wenig lang gehalten. Zu viel gewollt, einiges wiederholt, zudem ist der Endgegner ein Darsteller, aber wissentlich und deutlich kein ausgebildeter Kämpfer, keine Fachkraft in dem Metier, eine andere Wahl wäre mehr hilfreich für die Überzeugung und damit besser gewesen. “Everything was fake“ wird hier einmal gesagt, das gilt nur dafür exakt.

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