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Die Ausläufer vom Kettensägenmassaker in Texas sind auch über 50 Jahre später noch deutlich auszumachen, vor allem die Erscheinung Leatherface prägte nachfolgende Generationen. Eine Nummer kleiner, auf fast schon intime Weise bindet der argentinische Regisseur Carlos Goitia seinen maskierten Schlächter ein.

Alison erwacht in einem Kellerraum inmitten von vier weiblichen Leichen. Ein Typ mit einer Ledermaske trägt die Körper etappenweise in die obere Etage. Um längerfristig zu überleben und einen Plan zur Gegenwehr auszuhecken, muss sich Alison konstant tot stellen…

Klaustrophobiker werden nicht gerade jubeln, denn der Handlungsspielraum gestaltet sich recht überschaubar. Zunächst gibt es den karg eingerichteten Kellerraum mit angrenzender Treppe, später betritt man immerhin mal die erste Etage des Hauses. Zudem muss sich Alison, trotz schmerzhafter Bauchverletzung immer wieder zwischen die Leichen drapieren, nachdem sie die Abwesenheit des Fieslings nutzt, um die Gegebenheiten auszukundschaften.

Allzu aufmerksam scheint der namenlose Maskierte letztlich nicht zu sein, denn es gibt stets kleine Veränderungen innerhalb einiger Körperstellungen und auch Gegenstände wandern ab und an durch den Raum. Während das Böse kein Wort von sich gibt, jedoch schwer unter der Maske atmet, sind die Dialoge rar gesät. Erst in der zweiten Hälfte mischt eine weitere Person mit, welche vage Erklärungen für die Veranstaltung liefert.

Während sich der Score angemessen zurückhält und überwiegend mit Hüllkurven spielt, vermag die morbide Stimmung trotz simpler Mittel hin und wieder zu zünden. Dies wird dadurch verstärkt, indem es lange Zeit keine Erklärungen für die Situation im Keller gibt, der Übeltäter stets wie selbstverständlich handelt und Alison nur wenige Mittel vorfindet, um kurzfristig zur Gegenwehr überzugehen. In der oberen Etage erhält das Szenario zwar eine leicht groteske Note, doch diesbezüglich wird der Bogen nicht überspannt, was speziell auf einen kleinen finalen Twist zutrifft.

Letztlich gestaltet sich der Gewaltlevel nicht allzu hoch, die praktischen Effekte können sich jedoch sehen lassen und auch die Performance von Hauptdarstellerin Paula Brasca treibt den Survival-Horror mit einer weitgehend engagierten Darbietung voran. Dass die simple Prämisse indes nicht allzu ausbaufähig ist, offenbart der Abspann, der in ausgemacht langsamen Tempo abläuft, um irgendwie noch auf 72 Minuten zu kommen.
Ein paar spannende und atmosphärische Momente sind auszumachen, das große Mitfiebern bleibt jedoch aus.
5 von 10





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