Review

Selten war ein Filmposter und der Titel so "misleading" wie hier. Wer blutrünstigen Tierhorror erwartet, muss sich leider mit einem Familiendrama um häusliche Gewalt und etwas Geistergrusel zufrieden geben. Die titelgebenden Hunde spielen eine eher untergeordnete Rolle. Ich fand aber die Prämisse recht interessant und habe dem Film deswegen eine Chance gegeben. 


Weil der offensichtlich gewalttätige Ex-Mann wieder mal vor dem Haus im Auto in Lauerstellung sitzt, ergreifen Teenager Cameron und seine Mutter in einer Nacht- und Nebelaktion die Flucht und beziehen ein einsam gelegenes Farmhaus auf dem Land. Die Mutter findet schnell Job und Partner; Cameron hingegen kann sich nicht so recht mit der Ortsveränderung anfreunden. Er hört Stimmen im Haus, die sich alsbald auch in Geistererscheinungen manifestieren. In der Schule wird er gemobbt. Darüber hinaus ist der Konflikt mit seinem Vater längst noch nicht ausgestanden...

Der Film basiert auf einer "best selling novel" gleichen Titels aus dem Jahr 2015, was man dem Film dann auch anmerkt. Die Story ist gut durchstrukturiert, sodass ich mich tatsächlich zu keiner Sekunde gelangweilt habe. Ein Originaldrehbuch wäre vielleicht schwächer ausgefallen. Der Aufhänger mit der Flucht vor einem Stalker ist eine interessante neue Variante des "Einzug in ein altes Haus" Klischees. Auch der omnipräsente Loyalitätskonflikt des durch die Trennung seiner Eltern traumatisierten Jungen hält jeden emphatischen Zuschauer über die gesamte Laufzeit bei der Stange. Familiäre Konflikte, unheimliche Geräusche und Geister-Erscheinungen wechseln sich Schlag auf Schlag ab und bringen die Handlung der finalen Auflösung näher. Dass mein Interesse insgesamt nicht nachließ, ist sicherlich auch den durchweg symphatischen Darstellern zu verdanken.

Bemängeln könnte man allerdings die filmische Umsetzung. Die Kameraarbeit hinterlässt keinen bleibenden Eindruck; selbst jump scares sind Mangelware. Zwei, drei mal sorgen blutige Hundeattacken für erhöhten Puls (immerhin mit echten Schäferhunden statt CGI !), ansonsten bleibt alles eher so auf TV-Niveau mit FSK-Siegel "ab 12 Jahren". Cameron hat regelmäßig Kontakt mit dem Geist eines Jungen, der zuvor in dem Farmhaus gelebt hat. Darüber hinaus hat er Visionen von dessen Familie. All das ist immer eher plump und mitten in einen lauten Konflikt hinein inszeniert. Atmosphärisch wäre da mehr drin gewesen.

Auch wenn im Finale keine allzu großen Geheimnisse gelüftet werden, bin ich insgesamt mehr als zufrieden mit The Dogs. Der Fokus auf den pychisch vorbelasteten Cameron, der schrittweise die Geschichte des Farmhauses aufdeckt, sorgt für spannende, wenn auch nicht übermäßig packende Unterhaltung. Eingeschränkt zu empfehlen (07/10 Punkte) !




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