Da ich ein lieber Mann bin, gebe ich den noch besseren Kindern ihren Hype im Kino. Mein verspäteter Start in das "Magische Tiere"-Universum, aber ich war mir sicher, dass bei derart Format und entsprechender Altersauslegung jegliches Vorwissen keine Rolle spielt. Deutsche Sauerkraut-Film-Behörden haben also entschieden, dass ein einheimischer 'Harry Potter" ein für alle Seite gewinnbringendes Geschäft sein könnte. Plan aufgegangen, kann man sagen, hier scheint es durchaus einen größeren Fan-Kult zu geben, vermutlich aber tendenziell bei Pre-Pubertären. Im ersten Moment kein gottgegebenes Bewegungsfeld für einheimische Filmemacher, aber auf den zweiten Blick erscheinen die großen Volksmärchen vor Augen, auf denen jegliche fantasie-bezogene Popkultur basiert. Auf der technischen Seite funktioniert eine Umsetzung von internationalem Format so einigermaßen, dennoch kommen die Mankos immer wieder mit Breitseite. Hölzernes Schauspiel, der fast schon zum Markenzeichen gewordene Sepia-Filter, die zum Glück nur dezente Kinderfernsehen-Ideologie, der grauenhafte Soundtrack, bestehend aus dem, was man Deutsch-Rap nennt und belanglosem Pop als Taylor Swift und Konsorten. Im Ausland wird vermutlich kaum jemand der Hut vor unserer Kunst ziehen. Der Fokus scheint auf einfachen Botschaften, jene einfach transportiert. Nicht unpassend für das Zielpublikum und zum Glück muss ich, wie schon gesagt, keine Gehirnwäsche-Versuche anmahnen. Alle notwendigen Knöpfe werden passabel gedrückt, ein Franchise, das macht, was es soll, glückliche Kinder. Ich fürchte aber, dass sich das Format mit dem Älterwerden der Protagonisten verbraucht, oder es geht an die Hochschule der magischen Tiere. Den Kindern hat es gefallen, darum gings. In ein paar Jahren wird sich das sicher ändern, zumindest was die Lust auf Wiedersichtung betrifft, und das ist eben der Unterschied zu zum Beispiel Harry Potter.