Nach einem bescheidenen Queen of Triads 2 und dem vergleichsweise besseren, aber eigentlich immer noch nicht guten Queen of Triads 3, beides ausführend durch Venus Keung gedreht, kehrt für den nächsten Teil der sowieso unzusammenhängenden, nur durch die Hauptdarstellerin, nicht die Hauptrolle Raquel Xu und Produzent und Autor Wong Jing verbundenen Reihe hier mit Kam Ka-Wai wieder der Regisseur des ursprünglichen Originals zurück. Etwas, das für den geneigten Zuschauer durchaus von Interesse sein kann, für Kam selber, welcher zwischendurch auch das Kino bediente, vielleicht nicht die optimale Lösung und seine Wunschvorstellung einer Karriere ist. Auch der männliche Hauptdarsteller wird wieder ausgewechselt, nach Philip Ng, Xie Miao und Michael Tse stellt nun Ron Ng den Part dar, ein ehemaliger (noch dort auftretender) TV-Liebling, welcher mittlerweile auch ab und an sich in Langfilmen versucht, eben wie diesen hier:
Die Geschichte spielt in einem südostasiatischen Land. Die weibliche Protagonistin Tie Jiawen [ Raquel Xu ] trägt den immensen Schmerz, ihren geliebten Menschen zu verlieren und ihre Mission nicht zu erfüllen, und verabschiedet sich von ihrer Karriere als Polizistin. Sie taucht unter und eröffnet ein Fitnessstudio, schlüpft in die Rolle einer Fitnessstudiobesitzerin und sucht heimlich nach dem berüchtigten Drogenboss Baihu, der für zahlreiche Verbrechen verantwortlich ist. Nach einer Reihe von Rückschlägen und Prüfungen setzt sich die Besitzerin des Fitnessstudios mit außergewöhnlichem Mut, Intelligenz und außergewöhnlichen Fähigkeiten und der Hilfe von Meng Jing [ Ron Ng ] für Gerechtigkeit für die Trainerinnen im Fitnessstudio ein.
Interessanterweise oder eher verwirrend und verwundernd ist dieser Film hauptsächlich auch als Queen of Triads 3 veröffentlicht worden, das ist und war nun aber das geringste Problem, zeitlich ist die Abfolge klar und die Bestimmung für den chinesischen Streamingmarkt. Inhaltlich geht es wieder um eine Undercovermission, man findet sogar noch ein paar neue Schauspieler, die Geschichte diesmal moderner gesetzt, nicht in den Siebzigern, sondern der Jetztzeit, da hilft schon mal, man sah sich über an den Studiokulissen und vor allem Kleidung aus dem Fundus und den Perücken, hier wird der moderne Actionthriller bedient, was man dafür hält zumindest.
So gibt es bald eine erste Kampfszene, lautstark untermalt, man befindet sich als Maulwurf beim Drogenboss. Ein wenig bessere Stunts werden geboten, die Polizeibeamten müssen eingreifen, es wird gar geschossen, es gibt Verluste, die Mission ein Scheitern. Immerhin hat man sich hier ab und an etwas Neues ausgedacht, die Szenerie gewechselt, das Thema behalten, eine Abweichung und Abwechslung trotzdem, die Kameraarbeit mal zuweilen etwas anders, die Schmierigkeit bleibt, wieder eine Duschszene hier, für Kam unter der Würde, als Mündel von Wong seine Aufgabe; eine zweite Kampfszene ist schon besser, das ist mehr sein Metier.
Schauplatz (nach drei Jahren Zeitsprung) ist ein Fitnesscenter, das ist wahnsinnig aufregend, Ng bringt tatsächlich das meiste Interesse hier herein, wer hätte das gedacht. Darstellerisch ist er auch der einzige Solide hier, jahrzehntelanges Fernsehtraining, der Rest sind die Jing Girls und einige Lumpen; der Regisseur kann nicht zaubern, er versucht es mit dem Bereitgestellten und Gebotenen, das sah bei Color of the Game (2017) noch anders aus, die Zeiten sind vorbei.
Viele Tote gibt es hier auch, Loyalität und Heroic Bloodshed, ab und zu ein Quäntchen Qualität, nicht übermäßig, nur mit Augen für Details. Die Dialoge ansonsten primitiv, die Handlung zwischendurch alles und nirgends, für eine längere Weile geht es um einen Werbespot, der im Gym gefilmt werden soll, das ist als Narrative sehr aufregend; aufregender ist, wohin das alles führen soll, die Ungewissheit, was diese Nichtigkeit soll und ob es sich noch ändert, von einem Luftschloss und Lügengebilde zu einem 'richtigen' Film noch wird.
Schade ist es auch um Darsteller Dominic Ho, der zwischendurch in Squirt Game: Die Abenteuer eines Gigolos (2015) und der Fortsetzung The Gigolo – Heiße Nächte in Hongkong (2016) eine Karriere zu bekommen schien, auch das hat sich nicht erfüllt, viele Hoffnungen, viele Träume, viel Scheitern, ein Teufelskreis. Derart offenherzig wie beim Gigolo geht es hier natürlich nicht zu, Andeutungen werden bereitgehalten, für das züchtige chinesische Publikum wahrscheinlich schon zu weitgehend, zu viel Haut. So findet eine Poolparty statt bspw., das Showbusiness hier sowieso als Art Besetzungscouch, als Honigfalle, das artet mittig eher in Sexploitation aus, in physischer Grausamkeit. Gehandhabt dann als unerfreulicher Rape-and-Revenge Thriller, spielend scheinbar überall und nirgends, nicht in der Öffentlichkeit jedenfalls, und wohl im gesetzlosen Thailand. Das hätte so etwas wie Life After Fighting (2024) werden können, es geht manchmal in die Richtung, bleibt aber stets unter dessen Leistungen und Möglichkeiten.