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Ein Junge muss den Mord an seinen Eltern mit ansehen. Während er aufwächst, freundet er sich mit einem Bären und dem Führer eines Indianerstammes an. Als Erwachsener macht er sich auf die Suche nach den Leuten, die den Tod seiner Eltern zu verantworten haben.

An vielen Stellen erinnert die Rache des weißen Indianers irgendwie an Kostners der mit dem Wolf tanzt. Wir haben hier eine starke pro-indianische Grundausrichtung, einen tierischen Begleiter in Form eines Bären, den weißen Indianer, aber letzen Endes doch die Machtlosigkeit der Ureinwohner sich gegen den ständig fließenden Strom der Eindringlinge erwehren zu können. Diese Prämisse greift das erfahrene Buddy Duo Enzo G. Castellari und Franco Nero in Eigenregie auf und fügt dem Italo Western längst nach seinem Verfallsdatum noch einen würdigen Vertreter hinzu.
Wie bei Kostner startet alles sehr verhalten. Zu Beginn wird in tristen Brauntönen und künstlerischen Bildern der Mord an Jonathans Eltern durch gierige Banditen gezeigt, ehe er sich zunächst einem ebenfalls verwaisten Bären und wenig später dem nahe gelegenen Indianerdorf anschließt und deren Mentalität annimmt. Wir lernen erstmal einiges über die Indianer kennen, deren Rituale und Gebräuche, gefilmt in Parallelmontage zwischen dem Leben des Kindes und des Mannes Jonathan, denn natürlich brennt der unbändige Rachedurst in ihm und er zieht weiter, um die Mörder seiner Familie zu rächen.
Deutlich ist zu erkennen das man hier kein bloßen Schieß-mich-tot Western drehen wollte, was sich allerdings nach geraumer Zeit wieder ändert als der gierige Ölmagnat auf dem Land der Indianer nach Öl bohren will und für dieses Ziel jedes Mittel recht ist. Jedes Mittel ist dabei recht und so entwickelt sich noch ein recht blutiges Gemetzel, das schonungslos bebildert wird. Der Showdown bietet lange Schießereien im Indianerdorf und in der Stadt. Leider sind die Kulissen etwas spärlich ausgefallen, speziell das Indianerdorf läßt die notwendige epische Breite etwas vermissen. Dennoch bleibt ein shr solider Eurowestern, den es heute ja (leider) kaum bis gar nicht mehr gibt. Django wo bleibt dein Nachfolger?
7/10
 

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