Fast Food für zwischendurch, ein kleiner Spaziergang durch den B-Actionsektor.
Fangen wir mal mit einem schwarzen Kampfsportler an, einem der mal ausnahmsweise nicht Wesley Snipes ist: Billy Blanks.
Blanks hat enorm was drauf, was die Beziehungen Faust-Fresse und Fuß-Fresse angeht, allerdings ist sein Lieblingsgesicht ein breites Zähnefletschen, während er eben dabei ist. Da man aber in Hauptrollen nicht immer "dabei" sein kann, muß er zwangsläufig auch mal Text sprechen oder den aufopfernden Schwestersucher geben, da fällt dann doch eher auf, daß er vor allem eins nicht ist: ein Adonis! Dafür nimmt man ihm die "special forces" ohne weiteres ab.
Billy ist hier also hinter seiner Schwester her, die sich von einem fiesen, aber gutausschauenden Gangstermöpp pimpern läßt und puhlt sie in der Anfangsszene auch gleich aus einer Bad-Guy-Karre. Damit stört er aber eine fingierte Geld-Drogen-Übergabe seines Partners-in-spe, "Rowdy" Roddy Piper, einstmals Wrestler und ursprünglich (in Carpenters "The Live") durchaus mit Karrierechancen. Hier spielt er den testosterongesteuerten Bullen, dem sein Partner hopps geht und der deswegen stets mit seinem Cheffe hadert.
Sind das nicht herrliche Versatzstücke, so richtig schön mottig und dauerhaft geölt.
In der Folge stolpern die beiden dann öfters übereinander, denn Piper fängt wieder was mit seiner Verschollenen an, die inzwischen die rieselnde Reporterin von Knall 3, pardon, Kanal 3 ist und einfach so in jeden Tatort laufen darf. Derweil geht Billy seine Brigitte immer wieder flöten, denn kaum hat er sie einkassiert, geht sie wieder stiften, sobald er das T-Shirt wechselt. Auch als schon Mordanschläge im Wohnzimmer gestartet werden (ein knorkes Zwillingsduo in Präkariatsjogginghosen von 1988 beißt in die Wandverfugung) glaubt sie, daß ihr Büble ihr niemals was tun wird. Tut er auch nicht, soll er aber - stattdessen schiebt er ein Nümmerchen und gewährt dann im Duo eben der blonden Journalistin ein anonymes Interview. Die wiederum hat offenbar ihr Hirn im Wagen liegen lassen, denn promptement ist sie die Nr.1 auf der Jag-und-Fang-Liste aller bösen Buben, um die Flüchtigen aufzustöbern.
Das füllt natürlich keine 90 Minuten, aber was sonst an Lücken bleibt, füllen die Regieroutiniäre DiMarco und Ziller mit immer neuen Kampfszenen, egal ob nun Bad Guys erschossen oder zermanscht werden oder sich unsere Helden selbst mal rupfen (nur zermanschen!).
Die offenbar einsichtigste Methode für einen kernigen Kerl wie Blanks ist dabei offenbar laut jodelnd durch das Rotlichtviertel zu latschen und jeden Zuhälter vollzutexten, weil er ja seine Tara sucht. Prompt darf er alle üblen Höhlen der Bösewichter ausfegen, die sowohl zahlreich, wie überwiegend unbewaffnet sind - denn sonst wär er bereits nach fünf Minuten erschossen worden.
Derweil muß Piper auf Dirty "ich machs allein" Harry machen und am Ende, als die Frauen sich als hinreichend dämlich erwiesen haben, trifft man sich zur Kloppe auf dem großen Schiff am Hafen.
Äh tja...sah in den ersten 10 Minuten noch ganz passabel aus, ich hab wirklich nichts gegen polierte Fressen und in Großaufnahme abgeknallte Finstermänner, aber irgendwann geht einem sogar die Simplizität des ohnehin Simplen hier auf den Keks. Eine Suchaktion nach der nächsten, immer endets mit Schlägerei. Und wenn Piper dazu kommt (der noch zwei, drei Wrestlingmoves drauf hat und sogar einen Funken Humor bzw. Selbstironie besitzt), dann wird auch mal weggeballert. Dazu die üblichen Benzinexplosionen auf Schiff und downtown zwischen zwei Highways, wo ein paar Billig-Mad-Maxe "Feigling" mit ihren buntbesprayten Karren spielen.
Nach einer Stunde wirds dann wirklich nur noch Kampffans nicht öde, immerhin kann man über die bekloppten Aktionen aller Beteiligten herzlich lachen. Dennoch: hier fehlte es leider an der nötigen Inspiration, nackte Gewalt und reaktionäre Botschaften irgendwie latent unterhaltsam zu verpacken und die Häufung führt zur schnellen Sättigung.
Und weil Blanks wie schon erwähnt ziemlich häßlich, dafür aber komplett ohne Charisma ist, gibts auch kaum was zum Gucken.
Ich bin dann doch für einen Hauch von Plot... (3/10)