Polizist Frank Rossi (Roddy Piper) arbeitet mit seinem Partner Wallace (Barry Blake) undercover, um endlich den Drogenboss Kasajian (Nigel Bennett) zu überführen. Zum Schein organisieren sie einen Drogendeal mit Kasajian's Leuten, dieser geht aber schief und Wallace wird von Kasajian's Killer Chukka (Matt Birman) getötet. Auch Tara (Kai Soremekun), die Schwester des Ex-Special Forces Kämpfers Billy (Billy Blanks), gerät in Gefahr, weil Kasajian sie für eine Verräterin hält. Als Tara und Frank's Ex-Freundin Helen (Bobbie Phillips), eine Fernsehreporterin, von Kasajian entführt werden, bilden Frank und Billy ein Team, um die beiden Frauen zu befreien...
Hier handelt es sich einen typischen Vertreter der B-Actionfilme. Der Film weist eine Vielzahl von Schwächen auf, angefangen von der teilweise extrem schlechten Kulisse (mir fällt kaum ein Film ein, bei dem das Polizeipräsidium so billig ausgestattet ist), über die sinnfreien Dialoge bis zu massiven Logikfehlern (z.B. explodiert jedes Auto,welches auch nur annähern eine Wand berührt, sofort). Die Handlung (wenn man sie so nennen mag) ist nur ein Bindeglied zwischen den unzähligen Schiessereien und Kloppereien. Manches empfand ich auch unfreiwillig komisch, z.B. wenn Billy mit dem Schweissbrenner den Namen seiner Schwester Tara in eine Motorhaube brennt.
Enttäuscht war ich auch über die Schauspieler: nicht, dass ich hier oscar-reife Leistungen erwartet hätte, aber gerade Billy Blanks hätte doch etwas glaubhafter agieren dürfen. Da ist mir sein kurzer Auftritt als Football-Spieler Billy Cole
im Kultfilm "Last Boy Scout" (er scheint in vielen Filmen "Billy" zu heissen) positiver in Erinnerung. Besser macht es da schon Roddy Piper, wobei er mir gegenüber seinem Auftritt in "Sie Leben" ziemlich gealtert vorkommt. Besonders schade ist, dass die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern nicht stimmt und die Wortgefechte über weite Strecken nicht witzig sind.
Was die Action betrifft, so muss man zugeben, dass die Kampfszenen sehr ordentlich inszeniert wurden. Ex-Wrestler Roddy Piper (Kampfname "Rowdy") darf einige seiner Spezialaktionen zeigen. Und bei Billy Blanks merkt man, dass er zwar kein guter Schauspieler ist, aber kämpfen kann. Dies dürfte auch der Grund sein, warum er sich in den letzten Jahren etwas aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat und sich mehr der Verbreitung und Vermarktung seines von ihm entwickelten Tae-Bo- Workouts widmet. Die vielen Schiessereien sind insgesamt ordentlich inszeniert. Die Gewaltschraube liegt auf mittlerem Niveau, einige der Shoot-Outs sind recht blutig, allerdings wiederholt sich vieles.
Fazit: obwohl ich mich als Actionfilm-Fan bezeichnen würde, ist dieser Film nicht mein Fall. Auch wenn die Actionsequenzen ordentlich inszeniert sind, fehlt mir irgendetwas, z.B. der Humor, den viele andere B-Actionfilme haben. Mag sein, dass ich aufgrund der überwiegend positiven Kritiken auch zuviel erwartet habe.
Daher mein Rat: da einem der ungeschnittene "Director's Cut" des Films auf den Sammlerbörsen für wenige Euro hinterher geschmissen wird, kann man mal einen Blick riskieren- dann sollte man aber nicht zuviel erwarten!