Review

Der ehemalige Kopfgeldjäger Daniel Miller [ Guy Madison ] ist numehr als Pfarrer der Protestantischen Kirche unterwegs, wobei er seine umtriebige Vergangenheit auch in der Priesterrobe nicht so ganz los wird. Nur mühsam kann Sheriff Donovan [ Richard Harrison ] ihn vor einem wütenden Lynchmob retten, der in dem Gottesmann einen Bankräuber vermutet und gleich hängen will. Donovan, der von Millers Glanztaten weiss und von seiner neuen Persönlichkeit überzeugt ist, gibt "Reverend Colt" die Chance auf eigene Bereinigung und schickt ihn hinter der Truppe der wahren Räuber her. Dabei stösst Miller auf die Bande von Mestizo [ Ennio Girolami ], die gerade einen Wagenzug samt Regimentskasse überfallen wollen und hilft den Bedrängten. Man verbarrikadiert sich in einem stillgelegten Fort...

„Hochwürden, sind wir hier drinnen sicher?“
„Das hängt von denen da draussen ab.“


Ein Bleigewitter wird hierbei so gar nicht vollzogen; wirklich gute action pieces verlieren sich auch einzig in zwei anfänglich gesetzte Rückblenden, die dann auch wirklich ein schön in slowmotion zelebriertes Todesballett aufzeigen.
Erstmal die Erwartungen in die falsche Richtung aufstellen und sich später fast als Mixtur aus Typenkomödie und Lustspiel entpuppen; einer Gesamtposition ausserhalb jeder eindeutigen Zuordnung.

Das Potpourri aus tragischen und kuriosen Handlungsteilen hat noch ganz andere Probleme als die der Gattungfrage, aber der wenige Rest kann seine Sache auch ohne ständigen Pulverrauch relativ gut über die Runden bringen. Die Belagerungssituation trägt dafür natürlich das grösste Scherflein; die Mängel an inszenatorischem Geschick in Behandlung eines derartig potenziellen Settings wird durch etwas obskuren Einfallsreichtum und strammer Kürze weitgehend wettgemacht.
Mag dabei auch nicht wirklich was Empfehlenswertes bei rumgekommen sein, so ist das atmosphärisch arg durchwachsene Endergebnis besonders für zeitökonomische Allesgucker durchaus erfreulich.

Die Ausdehnung des Filmes ist derart gering, dass Prolog und Epilog relativ viel Platz einnehmen; stört der Beginn als Einführung und Hinweisung auf Kommendes noch so gar nicht, so zieht sich der Abschluss nach dem Finalkampf doch recht weit hin. Zwischendurch wird auch nicht immer Wert auf Tempo gelegt; aus den vorhandendenen Möglichkeiten hätte man mit mehr Inspiration und Talent doch einiges an Mehr rausholen können.
Vor allem die Spannungskurve selber ist doch auf gemässigtem Grad, da man keinerlei Bedrohung oder Tension setzen kann. Selbst suspensetreibende Szenen wären hierbei allerdings schnell ausser Kraft gesetzt worden, da sich zwischendurch eben ein eher humoristischer Ton breitmacht; nicht immer intendiert wirkend übrigens.
Einige Gags sind sichtlich mit Absicht gesetzt, wobei dann allerdings das Motiv für diese wechselnde Herangehensweise ein grosses Fragezeichen ist. Nicht durch pointierten schwarzen Humor gedehnt, sondern mit Klamauk gebrochen. So kommt vor allem durch den im Schottenrock chargierende Chris Huerta so allerlei Schabernack hinein; nächtliche Versteck- und Verhauspielchen ebenso wie die fahrlässige Sprengung des schützenden Tores, wonach er kohlschwarz und mit hängendem Blick den kompletten comic relief abgibt.
Für Slapstickqualitäten fehlt noch einiges, aber auch mit parabitischer Einzeltextreferenz kann man Leerlauf überspielen.

Damit wirds natürlich nicht ernster im Kontext; aber die dann doch eher lasche Formulierung sorgt im weiteren dafür, dass die unzulänglichen Schwächen durch Steigerung der Extravaganz ausgehebelt werden.
So reitet einer der Eingeschlossenen hilfeholend bei hellichten Tage von den Belagerern unentdeckt durch das freie Feld; aber um diese klaffende Logiklücke kümmert sich dann keiner mehr, wenn man ihn und seine mexikanischen Kumpanen beim Zusammennähen gefälschter Soldatenuniformen und selber Antreten zum Bescheissen sieht.

Unpassend zu dem abstrakten Gebräu ist dann einzig das Geseiere vom Reverend, der zwar sonst ein ganz patenter Typ [ und Darsteller ] ist, aber es einfach nicht sein lassen kann, den Weg Gottes anzupreisen. Auch das zum Schluss gleich drei Hochzeiten aus der Gefahrenzone entstehen, ist doch etwas zuviel Happy End des Guten, da hätte man in mehrerer Hinsicht öfters mal die Kirche im Dorf lassen sollen.

Details
Ähnliche Filme