Toll trieben es die alten Griechen. Vor allem Zeus, der immer wieder mal unten auf Erden für Nachwuchs sorgte. Das missfällt nicht nur seiner Frau Hera, sondern auch König Akrisios von Argos, der seine Tochter mitsamt deren Sohn Perseus deswegen verbannt. Zeus sorgt dafür, dass die beiden unbeschadet woanders landen, Argos allerdings ist dem Untergang geweiht. Jahre später, aus Perseus ist ein stattlicher Jüngling geworden, verschlägt es diesen durch eine (schlechte) Laune der Göttin Thetis nach Joppe, wo dieses Abenteuer dann seinen Lauf nimmt.
Dabei hält sich das von Desmond Davis inszenierte Abenteuer nur vage an die mythologische Vorlage, nimmt sich ein paar Einzelteile aus der Perseussage und vermischt das Ganze zu diesem filmischen Abenteuer. Die Effekte entstanden unter der letztmaligen Mitwirkung von Ray Harryhausen und sind seine Stop-Motion-Kreaturen auch allesamt toll animiert, so wirkt „Clash of the Titans“ für sein Entstehungsjahr technisch mitunter angestaubt. Gerade beim Thema Compositing sieht es öfters unschön aus, die zusammengefügten Sequenzen wirken mal besser mal schlechter. Aufgrund der vielen Effektsequenzen zieht sich das durch den ganzen Film, wobei es dauert, bis dieser denn mal Fahrt aufnimmt. Und selbst schwankt das Ganze merklich im Tempo. Denn „Clash of the Titans“ zieht seine relativ dünne Quest mitunter arg in die Länge. Einzelne Szenen hätte es so nicht oder gerne weitaus kürzer geben dürfen. Die Romanze nehme ich den beiden nicht ab.
Entschädigt wird man dafür mit allerlei Gestalten, wobei die Medusa wohl nicht nur hier die gelungenste Sequenz des Film darstellt, sondern auch über das Werk hinaus eine der bemerkenswerten Darstellungen von Harryhausens Kunst ist. Daneben gibt es auch Orthos, ein Meeresungeheuer oder Thetis' Sohn Calibos zu sehen, alles hübsch animiert und in ein paar hübsche Sets gepackt. Dennoch erreicht das Werk nicht den Charme manch anderer Werke mit Beteiligung von Harryhausen.
Harry Hamlin in der Hauptrolle als Perseus macht einen soliden Job, den ganz großen Helden liefert er allerdings nicht. Judi Bowker als Andromeda ist nettes Beiwerk, letztlich sind beide dem Skript unterworfen und das bietet an Figurenentwicklung nicht viel an. Klangvolle Namen finden sich in den Nebenrollen. Laurence Olivier (Zeus), Maggie Smith (Thetis), Burgess Meredith (Ammon) und Ursula Andress (Aphrodite) haben ein paar Auftritte im Olymp.
„Oh, the moon! That might explain things.“
An den Kreaturen eines Ray Harryhausen liegt es nicht, dass „Clash of the Titans“ nicht der große Spaß ist, der er auf dem Papier zu sein scheint. Für die frühen 1980er Jahre wirkt er auf technischer Seite schon etwas angestaubt, dazu ist die Erzählung für das, was sie letztlich liefert, auch zu gedehnt. Die Medusa-Sequenz ist das Highlight, der Rest ist immerhin nett und einen gewissen Unterhaltungswert liefert Davis' Fantasy-Abenteuer schon. Und ich schau den immer noch lieber als das Remake.