Ulrik Torp war einst ein aufstrebender junger Journalist, doch Jahre später, nach einer Reihe von Entlassungen und einem langen Aufenthalt in der Sozialhilfe, landet er als Praktikant an seinem früheren Arbeitsplatz, dem Dagbladet. Sein alter Kollege und jetziger Chefredakteur Henrik Moll bittet Torp, über den Mord eines Angestellten des Innenministeriums zu berichten. Torp muss sich in einer neuen Medienrealität zurechtfinden, die von Clickbaits und Social Media beherrscht wird. Zusammen mit zwei jungen Praktikanten macht sich Torp auf die Suche nach einem kleinen Kreis ehemaliger Politiker und Spitzenbeamter, die keine Mühen scheuen, um sicherzustellen, dass die Macht in den richtigen Händen bleibt. Da die Zukunft der dänischen Demokratie in Gefahr ist, ist es an Torp, gegen die Verschwörung vorzugehen.
Nachdem es in den 2000/10ern ja eine Flut von Filmen aus dem hohen Norden, vornehmlich aus Schweden und Dänemark zu bewundern gab, ist diese Welle nun etwas abgeklungen. Hier und da verirrt sich noch ein Thriller, aber nicht annähernd in der Menge wie damals.
Das Problem von KINGMAKER ist seine zu lange Einleitung. Es dauert und dauert bis dann endlich mal etwas passiert und so wirklich lässt sich die ganze Vorgeschichte auch nicht erklären, denn wenn er jetzt ein normaler Journalist und kein Praktikant gewesen wäre, ändert das auch nichts, man käme aber schneller zur Sache.
Nach ca. 45 Minuten wandelt sich der Film dann aber noch in einen spannenden Politthriller, der nur einfach zu lange braucht um in die Gänge zu kommen. Gerade bei der momentanen politischen Lage in Europa kann man mit so einem Thema immer gut punkten (ohne dass ich jetzt eine Seite einnehmen will).
Allzweckwaffe Berthelsen, der gefühlt in jedem zweiten dänischen Streifen der letzten 20 Jahre mitspielte (unter anderem im grandiosen KINGS GAME, der so etwas wie der Vorgänger von KINGMAKER ist), merkt man sein Alter mittlerweile auch an und er agiert an manchen Stellen ein wenig hölzern.
Die Geschichte an sich ist sehr gut, denn wie man auch oder gerade heutzutage problemlos Wahlbetrug begehen kann ohne dass es groß auffällt, sehen wir ja an aktuellen Beispielen der deutschen Politik (BSW).
Wieso der Streifen allerdings KINGMAKER heißt, wird der Verleih wohl für sich behalten und hat mal gar nichts mit dem Film zu tun, aber vielleicht wollte man eine Verbindung zum Vorgänger herstellen. Hautsache König.
Fazit: Wenn der Film schneller in die Gänge gekommen wäre, hätte das ein richtig guter Thriller werden könne, so ist es eben ein ganz netter geworden.