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Nach einer wahren Begebenheit: Der United-Airlines-Flug 232 muss auf einem kleineren Flughafen in Sioux City notlanden, da die hydraulischen Systeme komplett ausfallen. Für den Piloten, gespielt von Charlton Heston, und seine Crew beginnt ein echter Kraftakt, während man sich in Sioux auf alle Eventualitäten bei der Notlandung vorbereitet.

"Katastrophenflug 232" zeichnet vor allem eines aus: Ein gewisses Maß an Authentizität. So werden die Übungen und Probealarme der Flughafenfeuerwehr von Sioux mehrfach realistisch dargestellt und auch der Versuch des Piloten zusammen mit seiner Crew und einem zweiten Piloten, der sich glücklicherweise unter den Passagieren befand, die Maschine zu landen, wird ohne übertriebenes Pathos auf die Leinwand gebracht, während die Notlandung unter Anderem mit Originalaufnahmen eines Amateurfilmers umgesetzt ist.

Und damit funktioniert der Film des, hauptsächlich mit TV-Produktionen in Erscheinung getretenen Regisseurs, Lamont Johnson unterm Strich auch ziemlich gut, weil das Katastrophenszenario so gelungen veranschaulich wird und in seiner Umsetzung ziemlich interessant ausfällt. Dabei wird die menschliche Komponente jedoch nicht komplett außer Acht gelassen, ein paar simple aber dramaturgisch nicht ungeschickte Konfrontationen und Problematiken in der Figurenkonstellation sind so vorhanden und sorgen für einen durchaus gelungenen Unterhaltungswert.

Einen Gefallen hätte man sich sicherlich damit getan, nicht jeden zweiten Dialog auf Soap-Niveau abdriften zu lassen, so hätte die Dramaturgie wohl noch besser gewirkt und nicht stellenweise einen etwas aufgesetzten Eindruck erweckt. Außerdem wäre es konsequenter gewesen, auf überzogenes Pathos und den typisch amerikanischen Heroismus auch am Ende zu verzichten, wobei es sicherlich zu verzeihen ist, dass man durchaus bemüht ist dem Kapitän und den Rettungsmannschaften, die so vielen Menschen wie möglich das Leben retten konnten, hier ein filmisches Denkmal zu setzen.

Während man der soliden, aber nicht erwähnenswert guten Inszenierung durchaus anmerkt, dass "Katastrophenflug 232" fürs Fernsehen und nicht fürs Kino produziert wurde, ist doch zumindest der Cast auf ordentlichem Niveau und leistet gute Arbeit. Allen voran ist natürlich Charlton Heston zu nennen, der allein schon mit seinem Charisma und seiner Präsenz auf ganzer Linie überzeugt, während er die Rolle des Flugkapitäns souverän meistert. Ebenso präsent und darstellerisch überzeugend ist James Coburn als Leiter der Flughafenfeuerwehr, wobei auch die restlichen Darsteller nicht schlecht sind.

Fazit:
"Katastrophenflug 232" ist über weite Strecken dokumentarisch und authentisch und ist so sicherlich sehenswert und unterhaltsam, leidet jedoch ein wenig an seiner stellenweise etwas aufgesetzten Dramaturgie und seiner mittelmäßigen Inszenierung, der man das TV-Budget durchaus anmerkt.

66%

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