Review

Filme von Paul Thomas Anderson liegen mir mal mehr, mal weniger. Man kann dem Herrn nicht vorwerfen, dass er stilistisch und thematisch einfallslos ist, es macht eben „Klick“ oder nicht. „One Battle After Another“ stottert für mich ziemlich herum, dabei stecken in der Geschichte doch manch interessante Punkte. Er erzählt von diversen Missständen, wirkt insbesondere in Bezug auf die US-amerikanische Innenpolitik aktuell, bezieht sich aber zu vage auf diese, als dass ich Anderson irgendeinen Kommentar zur Jetztzeit abnehmen würde. Kann man natürlich reinlesen, wenn man will. 
Links wie rechts lauern hier die Idioten, alle auf ihre Weise. Und mit diesen mäandert sich Anderson über zweieinhalb Stunden netto durch Themen wie Migration, ultrarechte Gruppen, linksliberale Revoluzzer und den ein oder anderen Selbstbetrug. Nach dreißig Minuten ein Zeitsprung, nach weiteren dreißig Minuten beginnt bei Pat / Bob der Humor, die Mischung aus Drama, Thriller, Vater-Tochter-Thematik und absurder Komödie geht für mein Empfinden aber nicht effektiv auf. Trotz manch gelungener Bebilderung. 

Sympathische Figuren sind eher Mangelware. Das heißt nicht, dass das prominent Ensemble aus Leonardo DiCaprio, Sean Penn, Regina Hall, Benicio del Toro, Teyana Taylor und Chase Infiniti schlecht spielt. Es sind eben Chaoten, Faschisten, verblendet, verblödet – man bewegt sich oft am äußeren Spektrum, wie sehr man auch die Blickrichtung wechselt. Das ist bisweilen beklemmend, mitgerissen hat mich das aber nie, es changiert mir zu sehr zwischen Bedrohung und Überzeichnung. Da wird beispielsweise ein Witz über ein Passwort zu oft zu lange ausgewalzt, was weder den Figuren noch der Geschichte weiterhilft. 
Andererseits hat die Satire die Realität doch eh schon seit einer Weile überholt, was soll mich hier also noch groß abholen?

„I know how to drink and drive.“

Bleibt selbst in seinem Hang zur Absurdität hinter der Realität zurück. Vielleicht einfach ein paar Jahre zu spät dran?!

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