A different man
Exorzist Cheikh leidet unter Alzheimer und hat vielleicht auch einen Exorzismus zu viel durchgeführt, was seinem Exorzismuspartner Slimani Sorgen bereitet. Ahmed kommt nach einem Unfall, bei dem er sein Gedächtnis verloren hat, nach Hause. Als er beginnt, sich an sein früheres Leben zu erinnern, wird es problematisch.
Die Exorzismusgeschichte von Yanis Koussim spielt vor dem Hintergrund des algerischen Bürgerkriegs Anfang der 1990er, der durch seine politische Polarisierung selbst Freunde und Nachbarn spaltete. Ohne dieses Hintergrundwissen dürfte man in diesem Film, der in drei Kapiteln auf zwei Zeitebenen spielt, jedoch einigermaßen aufgeschmissen sein. Denn man wird hier immerhin mit einer fremden Kultur, exotischen Exorzismusriten, undurchsichtigen Personenbeziehungen und einer Politparabel sowie plakativen Erinnerungsmetaphern gleichzeitig konfrontiert. Das macht den Film schwer zugänglich und sein Erzähltempo trägt auch nicht gerade zu einfachem Konsum bei.
Wer sich echten Grusel vor politischem Hintergrund wie beispielsweise beim iranischen UNDER THE SHADOW (2016) erhofft, wird eher enttäuscht sein, als Genrefilm taugt ROQIA mit seinen redundanten Besessenheitsszenen, seiner ständigen Wackelkamera in viel zu dunklen Räumen und seinem ungelenk erzählten Ende leider wenig.