Der zurückhaltende Vann Siegert kommt mit seinem Auto in eine amerikanische Kleinstadt und beschließt, sesshaft zu werden. Er zieht als Untermieter zu einem älteren Ehepaar und sucht sich einen Job. Was seine neuen Kollegen und Bekannten nicht wissen: Vann ermordet scheinbar wahllos Menschen mit Gift.
Im Grunde geht es bei Minus Man um einen fiktiven Serienkiller, der sich durch einen kleinen Ort an der Pazifikküste meuchelt. Allerdings nähert man sich dem Thema auf eine sehr interessante Weise. Statt einem blutgierigen Psychopathen bekommen wir einen netten jungen Mann (Owen Wilson zur Abwechlung mal in einer todernsten Rolle) vorgestellt, der weder Mutterkomplex noch eine schwere Kindheit hatte, den einfach nur auf Eingabe die Mordlust überkommt. Überflüssige Brutalität lehnt er sogar ausdrücklich ab, so daß man ihm eigentlich nie böse sein kann.
Vann, der von außen daherkommt wie Schwiegermutters Liebling, gibt sich dabei mit enervierenden Harmlosigkeit, das es ihm mühelos gelingt Menschen damit zu maipulieren. Allerdings sprechen seine Monologe aus dem Off eine andere, kühl berechnende Sprache. Spätestens wenn er immer wieder anfängt mit zwei imaginären FBI Agenten zu kommunizieren merkt man doch das im Oberstübchen die eine oder andere Schraube nicht ganz festgezurrt wurde.
Die Auswahl seiner neuen Heimatstadt ist dabei ebenso zufällig, wie die seiner Opfer. Es wird dabei bewußt auf blutige Aktionen verzichtet, viele Morde passieren ohnehin nicht. Auch gibt es keine verfolgenden Polizisten oder sonstige Gefahr der Aufdeckung. Niemand verdächtigt den Neuankömmling, lediglich in den Fernsehnachrichten wird ein Zusammenhang der Opfer gezogen, da diese allesamt das sehr seltene Gift im Blut hatten. Alles verläuft hier seh unaufgeregt, was man allerdings nicht mit Langeweile verwechseln kann, denn Minus Man kommt auch ohne Actionkomponente gut aus.
Owen Wilson kann dabei in seiner ersten richtigen Charakter-Hauptrolle durchaus überzeugen. Seinem Unschuldsgesicht kann man als Zuschauer einfach nicht böse sein. Minus Man bietet da eine interessante Studie über Normalos und deren zweites Leben (keine Ahnung ob psychologisch alles richtig recherchiert wurde). Auf jeden Fall besser als die x-te Geschichte über Charles Manson und Konsorten.
7/10