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Was mit Winnie Puh als Public Domain Charakter begann, wird zusehends skurriler. Inzwischen werden die Figuren von „Peter Pan“ genauso durch den Fleischwolf gedreht wie die aus „Alice im Wunderland“, wahlweise gesellen sich noch weitere Disney-Erscheinungen hinzu. Regiedebütant Kunahan Thampi, der sich bezeichnenderweise als 2nd Stab am Set von „Peter Pan's Neverland Nightmare“ befand, versucht sich hier an einer eigenen Mixtur.

Mit magischen Mitteln gelang es dem Hutmacher, einige Prinzessinnen rund um Cinderella zu entführen. Die sechs Damen sollen in Zweikämpfen gegeneinander antreten und die Siegerin kann von ihrem Fluch befreit werden. Doch geht die Rechnung des Hutmachers auf?...

Es ist schon kein gutes Zeichen, wenn sämtliche „Prinzen“ innerhalb der kurzen Flashbacks dasselbe Model eines weißen Hemdes tragen. Entweder die gab es im günstigen Dreierpack oder, was wahrscheinlicher ist, man musste das Kleidungsstück von Take zu Take weiterreichen. Man sieht nicht nur anhand der spärlich ausgestatteten Sets, dass hier kein erwähnenswertes Budget zur Verfügung stand.

Aus den einst als liebreizend beschriebenen Figuren wurden derweil regelrechte Bitches: Dornröschen sieht nicht nach 100 Jahre Schlaf, sondern zehn Tage Koks am Stück aus, selbiges nimmt Tinkerbell, weil es dummerweise mit Feenstaub verwechselt wurde und Schneewittchen hat neben ihres Werdeganges bei den sieben Zwergen offenbar einen kannibalischen Trieb entwickelt. Mit Meerjungfrau Arielle wusste man nicht mehr anzufangen, als sie zu einer Art Sylphide zu gestalten, wogegen „Belle“ aus „Die Schöne und das Biest“ aufgrund schlechten Einflusses einen Werwolftrieb erhielt. Klingt nach einer günstigen Voraussetzung für herrlich trashige Fights.

Doch an genau dieser entscheidenden Stelle versagt der Stoff komplett. Anstatt bestenfalls auf eine Mischung aus Panem und Saw zu setzen, zerren die Damen in karg ausgestatteten Räumlichkeiten an den jeweiligen Kleidern. Laut Abspann gab es tatsächlich einen Fight Director, vor Ort war der offenbar nicht. Zwar wird auch mal ausgiebig mit der Axt ausgeholt, während andernorts zugebissen wird, doch graphisch wird hier nichts bebildert, teilweise spritzt noch nicht einmal Blut.

Stattdessen sitzt das Kollektiv mehrheitlich an der Tafel des Hutmachers, der in seiner billigen Aufmachung als Joker mit debilem Dauerkichern bereits nach zwei Minuten furchtbar nervt. Da werden noch undurchsichtige Strategien entwickelt, welche das Drehbuch jedoch rasch wieder verwirft, wonach der komplette Verlauf wenig Sinn ergibt. Selbst ein zwischenzeitlicher Fluchtversuch ist so ungelenk in Szene gesetzt, dass erst gar kein Gefühl von Dringlichkeit aufkommt.
Über Suspense muss an dieser Stelle erst gar nicht gesprochen werden.

Die Prämisse klang vielversprechend, doch die grottige Umsetzung mit durchweg schlechten Mimen, fadem Score und billiger Ausstattung entfacht trotz der kurzen Laufzeit von 76 Minuten kaum Interesse. Die können alle gerne im Kaninchenbau verschwinden.
Knapp
3 von 10

 

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