Review

Auf die Hörner genommen! 

Ich glaube, wem z.B. die europäischen Kultfilme „Dänische Delikatessen“, „Adamsäpfel“ und vor ein paar Jahren „Riders of Justice“ gefallen haben, der wird auch um „Therapie für Wikinger“ kaum einen Bogen machen können, wenn Mikkelsen, Jensen und Co. fast wie eine eingespielte Theater-AG oder kumpelige Altherrenclique ihren neuesten dänischen Coup de Luxe in die Kinos bringen - über einen kantigen Bankräuber, der nach 15 Jahren frisch aus dem Knast entlassen dem löchrigen Gedächtnis seines kauzigen Bruders auf die Sprünge helfen muss, um an einen „Schatz“ in der Nähe seines Elternhauses tief im Wald zu kommen… Was jedoch erst der Beginn eines wilden, wahnwitzigen und wunderbaren Tohuwabohus ist, das schon seit über zwei Jahrzehnten eben nahezu nur genau von dieser Horde an verrückten Dänen kommen kann… 

They All Live in a Yellow Submarine…

Wenn ich ein Problem mit diesen grenzgehenden Filmen von Anders Thomas Jensen habe, dann dass sie sich fast alle doch recht ähnlich sind und ich mich wenige Jahre später meist schon nicht mehr immer genau erinnern kann, welcher Film jetzt genau welcher war und um was es genau ging. Selbst bei einem solchen Meilenstein wie „Adamsäpfel“. Aber eins kann ich dafür mit noch mehr Überzeugung sagen: Währenddessen habe ich jedes Mal den Spaß meines Lebens! Und da ist „Therapie für Wikinger“ keine Ausnahme. Die Figuren sind bizarr, speziell und haben trotzdem massiv Herz. Die stellenweise Comichaftigkeit geht nicht auf Kosten der Seele und der Glaubwürdigkeit. Die Witze schießen mal flach und mal clever, nie berechenbar. Mikkelsen merkt man extrem an, dass das seine echten Kumpel sind und er sich hier noch viel wohler als in Hollywood fühlt. Und das Teil hat wie gewohnt auch wieder ein paar richtig bitterböse und düsterhumorige Stellen, die einen genauso grinsen wie schlucken lassen. Den tollen, blutigen „Zeichentrickrahmen“ zähle ich da definitiv mit rein. Und somit hat mich „Therapie für Wikinger“ im Kino bestens unterhalten. Die Stimmung war tadellos und der Saal gefühlt höchst zufrieden, oft genug hysterisch und herzlich laut am Lachen. Mission erfüllt - die Beatles sind wieder da! Oder die Beach Boys. Oder ABBA. Oder eben die fliegenden Biber. 

Wahnsinn mit Methode

Fazit: Dieses Team enttäuscht einfach nicht… „Therapie für Wikinger“ ist schon wieder grenzgeniales und unverschämt unberechenbareres Dänendynamit! 

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