Review

Ich liebe Contra, aber diesmal war ich selbst überrascht und kann hier freien Herzens sprechen. Die Vorgänger und die aktuelle öffentliche Schelte hatten mir so gar keine Lust gemacht, aber ich wurde förmlich in den Film gestoßen. Doch, ich kann dies als Glück bezeichnen, denn die folgenden kurzweiligen zwei Stunden haben mir wirklich gefallen, spektakuläre Bilder, großartiger Sound, annehmbare Story und überzeugende Darsteller. Greta Lee mag nicht die beste Wahl für derart Format sein, transportiert aber bekanntlich mit wenig sehr viel. Jared Leto dagegen ist ohne Diskussion eine Idealbesetzung, dass muss denke ich nicht näher erläutert werden. Dazu der massive Score, Nine Inch Nails haben keine Musik für den Film geschrieben, es wirkt fast umgedreht. Den Vorwurf des überlangen Musikvideos muss sich Tron:Ares sicher gefallen lassen, aber damit kann das stilbewusste Konzept sicher leben.
Das Hintergrund-Thema ist zwar zeitaktuell, ist aber aufgrund des vordergründigen Unterhaltungsfaktors etwas weniger greifbar. Das berühmte „Sie zeigen euch die Wahrheit und ihr seht sie nicht, oder wollt sie nicht sehen“. Dennoch reflektiert sich, an welch unberechenbarer Schwelle wir gerade stehen. Besser gesagt, an welche uns überambitionierte und ethikbefreite Tech-Konzerne gerade schieben. Dahinter ist ein tiefer Schlund, sicher kein Paradies. Nicht das Thema des Films, ich damit gerade an jenem vorbei. Thron:Ares erfüllt seine Aufgabe, er unterhält. Und, ich kann es nicht lassen, er stumpft ab.

Details
Ähnliche Filme