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Vor Jahrzehnten galt Detroit als die Auto-Stadt in den USA. Doch in der Vision von Regisseur Potsy Ponciroli mutiert sie zum Moloch und der Kulisse eines Rachefeldzuges, der wahrlich keine Worte benötigt.

Detroit, Michigan im Jahr 1976: Gerade noch macht John Miller (Alan Ritchson) seiner geliebten Sophia (Shailene Woodley) einen Heiratsantrag, schon wird er von der Polizei wegen angeblichen Drogenbesitzes abgeführt. Sophias Ex Reynolds (Ben Foster) hat ihn hereingelegt, um John hinter Gitter zu bringen und seine Ex zurückzuerobern. Doch der nunmehr Inhaftierte schmiedet bereits konkrete Rachepläne…

Die Dialogregie dürfte während der Produktion ungewöhnlich viel Freizeit gehabt haben, denn in den 103 Minuten gibt es gerade einmal fünf Dialogzeilen. Der Rest ist mit einem akustischen Musikteppich überdeckt, der teils aus Songs, teils aus konventional arrangiertem Score besteht. Die Story ist jedoch auch so simpel gehalten, dass sie problemlos ohne Worte auskommt.

Bei dieser werden zwar kleinere Rückblicke bemüht und sogar bei einigen eher ruhigeren Momenten wird etwas zu sehr auf Zeitlupe gesetzt, doch detaillierte Hintergrundinformationen benötigen etwaige Handlungsweisen nicht, sie erklären sich grundlegend von selbst. Hinzu gesellt sich die Auswahl einiger bekannter Songs jener Zeit, die entweder genau in die Szenerie passen wie einige Weihnachtslieder oder „Lovely Day“ von Bill Withers, andererseits verpassen sie dem Treiben auch mal einen sarkastischen Touch, wenn Songs wie „I Feel Love“ von Donna Summer oder „Night in White Satin“ von Moody Blues erklingen.

Sobald der Racheplan konkrete Formen annimmt, dominiert indes ein sehr gut abgestimmter und recht einnehmender Score. Die Kulisse mit überzeugender Ausstattung scheint in dieser Phase in noch düstere Farben getaucht zu sein, während Neonlichter, Nebel und Regen den Ton angeben. Dieser wird zunehmend rauer: Neben zahlreichen Schusswechseln bleibt vor allem ein unerbittlicher Fight in einem Fahrstuhl hängen, der anbei mit einer ordentlichen Choreo und sauber in Szene gesetzten Effekten aufwartet.

Darstellerisch sticht Hauptdarsteller Ritchson im Verlauf zwar mehr mit seiner physischen Präsenz hervor, mit etwas längerer Haarpracht wirkt er aber gleichermaßen recht markant. Foster überzeugt als Antagonist mit angemessener Zurückhaltung und fast versteckten garstigen Nuancen, was hinter Schnurrbart und getönter Brille dennoch gut zur Geltung kommt. Woodley performt ebenfalls passabel, soweit es die eher undankbare Figur zwischen den Stühlen überhaupt zulässt.

Letztlich ist es ein bisschen so, als würde man ein Potpourri aus 70er Songs abspielen und zeitgleich eine handelsübliche Rachegeschichte wie einen überlangen Videoclip dazu laufen lassen. Die audiovisuelle Mischung nimmt allerdings in Beschlag, obgleich sich spannende Momente oder gar emotionale Ausbrüche in Grenzen halten, - das ungewöhnliche Gesamtpaket überzeugt.
7,5 von 10 

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