Der neueste Film von Park Chan-wook beginnt stark. Untermalt vom berühmten langsamen Satz aus Mozarts 2. Klavierkonzert wird die Idylle eine gutsituierten Familie dargestellt, und natürlich ahnen wir: in dieser Szene sehen wir die Familie ein letztes Mal glücklich und danach wird alles unumkehrbar in eine gänzlich andere Richtung laufen. Nachdem ich mich im ersten Filmdrittel mit der etwas abstrusen Grundprämisse abgefunden hatte, konnte ich die fortlaufende Handlung gut genießen. Lee Byung-hun spielt wie immer stark und differenziert, aber auch seine Frau im Film (Son Ye-jin) liefert eine tolle Leistung ab. Parks Regie ist einfallsreich, vielleicht mit seinen typischen Spielereien etwas zu manieriert, aber ja, sein Handwerk versteht er einfach. Gegen Ende, wohl dem emotionalen Höhepunkt mit einer bitterbösen, simplen Umarmung, spannt die Handlung einen tollen Bogen zur erwähnten Anfangsszene. Vielleicht nicht Park Chan-wooks bester Film, aber bei guten Regisseuren sind auch die nicht ganz so guten noch unbedingt sehenswert, vor allem auf der großen Leinwand.
7,5/10