Würde das FBI so arbeiten wie in dem Action-Thriller von Co-Autor und Regisseur Matt Shapira, gäbe es für diese Organisation schon längst keine Existenzberechtigung mehr. Was für das ältere Publikum im deutschsprachigen Raum erschwerend hinzu kommt: Der vermeintliche Held erinnert an eine leicht verjüngte Ausgabe von Thomas Gottschalk , bei dem man nach jedem Erschossenen ein „Servus, mein lieber“ erwartet.
Bis vor zwei Jahren arbeitete Cash (David A.R. White) beim FBI, doch nach dem Tod seiner Frau kümmert er sich ausschließlich um die beiden minderjährigen Töchter. Als er jedoch den Anruf von der verzweifelten und auf der Flucht befindlichen Jamie (Katrina Bowden) erhält, ändert sich schlagartig seine Einstellung, denn die junge Frau ist die Nichte seiner ehemaligen Partnerin…
Es dauert keine Minute bis die erste Person erschossen wird, da hier rein gar keine Gefangenen gemacht werden. Im Grunde ballert nahezu jeder auf jeden, da früh im Fernsehen über globale Korruption berichtet wird, während die Fieslinge in Form von Jason Patric und Cuba Gooding J.R. ziemlich ungelenk eingeführt werden. Der erste greift grundlegend bei jeder Begegnung zur Waffe, dem zweiten dient ein Club als Tarnung, wo man erst später im Notfall zur Waffe greift.
Folgerichtig ist die Geschichte binnen kurzer Zeit durchschaut und man ahnt bereits weit vor der Halbzeit, wer denn der klischeemäßige Mr. X ist, der als Drahtzieher mit verstellter Stimme alle Fäden in der Hand hält. Dazwischen eilt Cash ohne sonderliche Recherche von A nach B und erreicht im Eiltempo und ohne erwähnenswerte Hindernisse rasch die Ankerpunkte der Fieslinge, deren Schergen bezeichnenderweise nicht einmal aus drei Metern Entfernung ihr Ziel treffen. Es gibt zwar auch zwei, drei kurze Fights, doch diese fallen aufgrund schwacher Choreo und teils schlechten Schnitts nicht sonderlich positiv ins Gewicht.
Gleiches gilt für die wenig enthusiastisch aufspielenden Mimen. Oscarpreisträger Gooding J.R. scheint in seinem Club komplett unterfordert und auch Patric begnügt sich mit nur einem felsigen Gesichtsausdruck. Minimal besser schlägt sich Bowden, der man zuweilen eine beherzte Gegenwehr einräumt, wogegen White immerhin um Nuancen bemüht ist. Sonderlich viel Raum für Performances geben die schwach gezeichneten Stereotypfiguren jedoch auch nicht her.
Ganz schick sind noch einige Schauplätze in Florida und Kalifornien, wobei diese kaum für großflächige Action genutzt werden. Denn, man ahnt es: Der Schwerpunkt liegt klar auf den teils sinnfreien Schießereien, welche zumindest mit wenigen CGI einhergehen.
Das einigermaßen konstant hohe Tempo rettet zwar noch ein wenig der knapp 90 Minuten, doch der teils hanebüchene Verlauf und einige auffallend dumme Verhaltensweisen ersticken fast jeden Anflug von Logik im Keim.
3,5 von 10