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Da ist es doch noch passiert, nach dem all das bisherige Lob immer bei mir verpufft ist, ich habe Channing Tatum als Schauspieler wahrgenommen! "The Roofman", ist ein besonderer Film, vielleicht nicht der, den man nach den Trailern erwartet. Für diese Erkenntnis hätte aber auch schon ein kurzer Blick auf die Vita von Regisseur gereicht, "Blue Valentine", "The Place Beyond The Pines", "The Light Between Oceans". Kein Hochglanz, zurückgenommen, leise, melancholisch, irgendwie ungeschminkt, schmerzhaft intim. Ein idealer Filmemacher also, um sich als Darsteller zu beweisen, vor allem wenn Method Acting dessen bevorzugtes Stilmittel ist. Tatum liefert wie gesagt, intrinsisch statt physisch, unterstützt von einer gewohnt großartigen Kirsten Dunst. Fein nuanciertes Spiel, authentische Gefühle, eine tragische, eigentlich ausweglose Situation, in der jeder Schritt eigentlich immer der falsche ist. Die unweigerliche Komik wird unerzwungen durch die absurden Umstände erzeugt, kaum zu glauben, dass es sich hier um eine wahre Geschichte handelt. Der Zuschauer lacht, fühlt mit, leidet. Echtes Kino. Dass die Hauptfigur ein Krimineller ist, egalisiert Tatum, wie die echte Figur, durch seine smarte und liebenswerte Art. Ein eigentlich netter Taugenichts, der viel kann, aber immer das Falsche macht. 

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