Review

Glut der Sonne

Die amerikanische Familie Mounters und der mexikanische Clan der Campos liegen sich seit einigen Jahren mächtig in den ungewaschenen Haaren. Ständig gibt es Ärger und Zoff, der schließlich in einen handfesten Krieg ausartet. Die Mexikaner stellen den Mounters eine Falle und es kommt zu einer Ballerei, die sich gewaschen hat. Der milchbubihafte Sprößling der Fam. Mounters darf leider nicht daran teilnehmen, weil sogar seine Mutti besser schießt als er... Darüber ist er zu Recht gefrustet und nimmt sich eine Auszeit. Leider wird er von seinem Gegenpart, dem Sohnemann der Campos gekascht (dessen Name ist mir jetzt leider entfallen), aber dabei lernt er den einhändigen Revolverhelden Lefty kennen, der ihm erst mal das Schießen beibringt. Dann lernt unser Johnnyboy das Töchterchen vom alten Campos kennen, ein wahres Appetithäppchen, ein echter Augenschmaus, so lecker und knusprig wie ein Duploriegel... und schießen kann sie auch noch.....

Natürlich funkt und knistert es zwischen den beiden ganz gewaltig, sehr zum Missfallen beider Familien sowie Johnnys alter Flamme, dem Saloonmädchen Lezerinde (Nanu, an deren Namen habe ich behalten?). Daraufhin wird ein bischen hin- und her entführt, geprügelt, geschossen und gestorben. Es kommt schließlich zum finalen Showdown, bei dem sich beide Familien gegenseitig derartig plakativ wegballern, daß es sogar den leibhaftigen Sensenmann aus dem Reich der Toten auf den Plan ruft, der dann auch noch ein wenig mitknallt....

Ein guter Italowestern ist immer ein bischen wie eine italienische Oper - Da wird geliebt, gehasst, getötet, geschrien und maßlos übertrieben. So ist er halt, der Italiener, leidenschaftlich, laut und sehr temperamentvoll. (Gelegentlich geht mal was zu Bruch und den Müll muß dann immer jemand anders wegtun....) Genauso ist auch dieser Film (kein Müll!!), eine echte verloren geglaubte Perle des Italowestern. Hier stimmt einfach alles: Die Darsteller geben ordentlich Gas, das dramatische Drehbuch lehnt sich ein bischen an Shakespears Romeo und Julia an. Der Kameramann schwingt von köstlichem Rotwein berauscht sein Gerät und zaubert ein paar Bilder in Cinemascope auf die Leinwand, daß dem Zuschauer die Spucke wegbleibt. Der Regisseur Gianni Puccini dirigiert das Ganze mit dem Schwung eines italienischen Maestro's und schon geht das Filmchen ab wie ein Zäpfchen, bis hin zum bitteren und bizarren Ende. Da tritt nämlich der Tod selbst auf, ein wahrer Schauermann mit Totenkopfmaske ..........

Wer Italowestern mag, kommt an diesem Sahnestückchen nicht vorbei! Was für ein Drama, voller Gewalt und Leidenschaft (sowie einiger recht netter Revolvermodelle)!

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