Das Paris der nahen Zukunft ist in drei Zonen eingeteilt, um die sozial Schwachen von den Bessergestellten fernzuhalten. Die künstliche Intelligenz ALMA überwacht die Zonen, sichert sie mit bewaffneten Drohnen und errechnet Verbrechen und Schuldige nach Wahrscheinlichkeit – eine Art weniger komplizierter und deutlich realistischerer MINORITY REPORT. Als ALMAs Entwickler einem Attentat zum Opfer fällt, beginnt die Jagd auf Jon Mafram, den Anführer der regimekritischen „Wallbreaker“.
Ein französischer SciFi-Actionfilm, bei dem Luc Besson ausnahmsweise mal nicht seine Finger drin hatte, das ist schon eine echte Seltenheit. Und im Gegensatz zu typischen Besson-Produktionen wie BANLIEU 13 oder LUCY ist CHIEN 51 nicht als überkandideltes Spektakel angelegt, sondern als realitätsnaher Polizeithriller. Außer der Unterteilung der französischen Hauptstadt und den allgegenwärtigen Drohnen nimmt man kaum einen futuristischen Aspekt wahr.
Regisseur Cédric Jimenez hatte zuvor u. a. NOVEMBRE und LA FRENCH mit Jean Dujardin gedreht. Auch dieser Film ist prominent besetzt: Gilles Lellouch (TELL NO ONE, DAAAAAALI!) spielt einen desillusionierten Cop (der titelgebende "Dog 51"), der mit seinen kurzen blondierten Haaren an Bruce Willis angelehnt scheint und seinen Dienst in der verwahrlosten Zone 3 schieben muss, Adèle Exarchopoulos ist die toughe Polizistin, die es bis in Zone 2 geschafft hat. Gemeinsam nehmen sie die Spur der Terroristen auf und decken dabei mehr Geheimnisse auf, als ihnen gut tut.
Leider ist dieser Plot im Film genauso generisch umgesetzt, wie er sich anhört. Die gut gefilmten, spannenden Verfolgungsjagden mit Fahrzeugen und Drohnen sind die wenigen Highlights des Films, die Figuren bleiben jedoch flach und die Geschichte verläuft ziemlich exakt so, wie man es beim Thema KI heutzutage erwartet – da ist die Fiktion einfach schon lange von reellen Befürchtungen eingeholt worden.