Life of Hai²
Kiah Roache-Turner hat sich mit den beiden "Wyrmwood"-Endzeit-Zombie-Actionern und auch dem Spinnenterror "Sting" ganz solide bewiesen in seiner australischen Heimat bzw. im internationalen Genrezirkus. Jetzt hakt er eine weitere beliebte Regiestation auf dem Weg zu "Größerem" ab und ist mit Haihorror zurück - in dem er die berühmte Geschichte der Armeekompanie im zweiten Weltkrieg verfilmt, die auf dem offenen Meer umringt von hungrigen Haien versucht zu überleben...
Schlachtplatte auf hoher See
"Beast of War" hat einen distinktiven, grün-bläulichen und recht hochwertigen Look, ein paar gute Typen am Start und er kommt recht geschwind nach 20 Minuten bereits in seinem Hauptszenario an. Die Haie sind monströs gut designt und oft genug handgemacht. Zumindest wirkt's so. Die Balance aus Trash und Ernsthaftigkeit wird gut gehalten. Und man spürt einfach deutlich, dass sich Roache-Turner in diesen Genregewässern wohl fühlt. Etwas exploitativ, etwas creepy, etwas campy, etwas lächerlich. Alptraumhafte Atmosphäre. Gewisse Sogwirkung. Kurze Runtime. B-Movie porentief und stolz drauf. Mit allen Stärken und Schwächen. Gut so! Ganz klar eher etwas für's Streaming. Aber das ist in diesem Fall kaum böse gemeint. Oder eben als Rausschmeißer abends auf einem Genrefilmfestival. Locker, flockig, wässrig, blutig. Ganz sicher nichts Neues oder Weltbewegendes, immerhin hat die Story schon der Kapitän ähnlich in "Jaws" erzählt und einige Filme mit genau demselben Setting gibt's auch. Aber "Beast of War" geht schon klar. Im O-Ton sollte man natürlich mit dem krassen Aussie-Akzent klarkommen. Und vielleicht allgemein eine weiche Stelle für solche simplen Haihappen haben. Dann wird das sicher niemand zumindest für gänzliche Zeitverschwendung halten. Dafür macht's Roache-Turner mittlerweile einfach zu kompetent und knackig - selbst wenn ihm etwas die richtig fetten, im Gedächtnis bleibenden "Hailights" abgehen und ihm der ganz große Wurf für meinen Geschmack immer noch nicht gelungen ist...
Genug Blut im Wasser
Fazit: netter und audiovisuell sehr wertiger Kriegshaihappen zwischen Camp, Krawall und Kameradschaft... In Ordnung. Man sollte jedoch nicht zu viel erwarten. Immerhin sind einem einige der Jungs nicht komplett egal. Trübsaltrashfischen.