Während des Zweiten Weltkriegs versenkt ein japanisches Kampfflugzeug ein australisches Kriegsschiff in der Timorsee. Eine Handvoll Soldaten rettet sich auf ein Floß aus Wrackteilen, das bald von einem Weißen Hai umkreist wird.
Der Film behauptet, von wahren Begebenheiten inspiriert worden zu sein. Möglicherweise bezieht sich das auf den Untergang der HMAS Armidale, bei dem 1942 etwa hundert Seeleute ums Leben kamen. Die Überlebenden litten zusätzlich unter Flugzeug- und Haiangriffen. Im realen Fall überlebten 49 Menschen acht Tage lang.
Der australische Hai-Horror von Kiah Roache-Turner vermischt dabei etwas Kriegsdrama und menschliche Zwistigkeiten in Form von Rekruten-Training mit einem nicht ganz üblichen Hai-Survival-Thriller.
Der Einstieg im Bootcamp taugt auch, eine Prügelei bringt wuchtige Härte mit, ist jedoch ein bisschen unübersichtlich geraten. Auf dem Schiff und vor allem beim Untergang schlug dann wohl finanzierungsbedingt der Sparfuchs zu, denn wir erleben das zu einem kleinen Teil aus Sicht der Hauptfigur Leo und bekommen ansonsten die vollendeten Tatsachen präsentiert.
Man rettet sich auf das Floß, sammelt Treibgut ein und findet weitere Überlebende, während man in dicker Nebelsuppe dahin dümpelt. Und kommt eine Soundkulisse zum Einsatz, die tatsächlich ein wenig creepy ist.
Creepy ist die gesamte Situation für die ordentlich aufspielenden Charaktere, denn es ist windstill, neblig, der Hai zeigt sich alsbald nach dem Untergang und man hat nicht viele Optionen. In dieser Atmosphäre und dem schicken mechanischen Hai gelingt es Roache-Turner eine bedrohliche Stimmung und leidlich Spannung aufzubauen, auch wenn man sich sicher nicht die Fingernägel abkauen wird.
Die Attacken sind halbwegs spannend und mit einem guten Maß an Splatter und Härte gewürzt, das die meisten anderen Shark-Movies vermissen lassen.
Die Gruppendynamik hält das Szenario am Laufen, allerdings ist der Hai einfach zu selten zu sehen, was den Mittelteil etwas zu dialoglastig macht. Und leider nerven die visuellen Effekte mit matschigen Farbverläufen unter Wasser und am Himmel, die wie unscharfe Filter wirken und die Atmosphäre killen.
Dass Animatronik bei Hai-Filmen einfach viel ausmacht, sieht man an diesem Vertreter, der einen schicken Monsterfisch und genug Gore bietet, der aber durch zu wenig Hai-Auftritte und miese Farbfilter an Boden verliert. Dennoch ein solider Horror vor etwas WWII-Kulisse, der mit besserer Bildqualität ein Brett hätte werden können.