Lord Doyle ist ein Spieler, treibt sich in den luxuriösen Casinos in Macau herum und ist vom Pech verfolgt. Und mindestens einer weiteren Person. Immer begleitet von dem zwanghaften Glauben, dass es bald wieder aufwärts geht, dass bestimmt gleich das Glück wieder Einzug hält. Eben die Denke eines Abhängigen, dass der nächste Schuss doch schon greifbar ist. Edward Bergers Beitrag zu „Spielen kann süchtig machen“ beackert das bekannte Themenfeld von Sucht und Zwang mit einem ansprechend spielenden Colin Farrell in der Hauptrolle dramaturgisch handelsüblich und darstellerisch verschwitzt. Die Abwärtsspirale durchläuft ihre Phasen, der Verfall wird sichtbar, zudem webt das Skript noch eine übernatürliche Ebene mit ein.
Modern im Sinne von distanziert erzählt dauerte es eine Weile, bis ich „drin“ war, irgendwann band mich das Interesse dann aber doch und ist „Ballad of a Small Player“ nun auch nicht das mitreißende Drama und vielleicht nicht immer stimmig erzählt, so bietet er in seinen knapp hundert Minuten ein ausreichend interessantes Szenario. Der Schauplatz Macau macht was her, man hat auch tatsächlich dort gedreht und eine Tilda Swinton gibt dem Endergebnis noch einen kleinen positiven Anstrich. Für seine Ambitionen bleibt das Ergebnis zu klein, überzeugen kann dafür der Score von Volker Bertelmann.
„No more credit.“
Das mitreißende Drama stellt sich in dieser einen Leidensgeschichte von vielen nicht ein, man bekommt dennoch einen ansprechend aufspielenden Colin Farrell und letztlich auch einen okayen Film über Sucht, Zwang und Verfall.