Review

Kette dich frei

Dummer- und lustigerweise schon gefühlt der fünfte Film mit dem Titel "Good Boy" in wenigen Jahren, mittlerweile auch unter dem Namen "Heel" international vertrieben, erzählt diese europäische Koproduktion von einem aufmüpfigen, krankhaft feiernden Jugendlichen, der von einem mysteriösen Mann, womöglich seinem Vater, entführt, im Keller angekettet und "umerzogen" wird...

The Stockholm Syndrome Family

Stephen Graham ist immer ein Biest und eine Sensation, das ist hier nicht anders. Er kann auch mittelmäßige Filme tragen. Und leider ist genau das hier der Fall. "Good Boy" aka" Heel" ist ein freaky, schwarzhumoriger Kidnapthriller, der weder freaky noch spannend noch speziell genug ist, um bei abgefuckteren Genrefans wirklich hohe Wellen zu schlagen. Vielleicht hat man Ähnliches in den letzten Jahren auch einfach zu oft und auch extremer gesehen. Und total mies ist "Heel" nie. Aber er geht für mich nie genug dort hin, wo es weh tun könnte. Weird aber nicht wirklich wundervoll. Und einfach nicht böse genug, tut mir leid. Da erwarte ich mehr. Damit schockiert man nichtmal mehr meine Oma heutzutage. Philosophische und gesellschaftliche Fragen (z.B. rund um schwelende Generationenkonflikte) werden nur angeschnitten, genretechnische Perversitäten stehen gefühlt wie gesagt immer arg auf der Bremse, jegliche Fragen und Mysterien haben es mir wenig angetan. Ich hatte schmerzhaft wenig Aktien im Spiel. Fertig ist ein "Umerziehungsthriller", der mich vollkommen kalt gelassen hat und sich einfach halbgar anfühlt. 

Fazit: Creepy-freaky Idee - zahm-öde Umsetzung. "Heel" aka "Good Boy" fehlt es komplett an Biss. Kurzfilmmaterial.

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