Review

Ein Schüren der Erwartungen, kein Einstieg in den Film ohne jene. Nein, diese fiktive Geschichte bringt uns die Person William Shakespeare nicht näher. Nein, es geht nicht um eine große Romanze. Nein, zwei der größten jungen Darsteller unserer Zeit mischen keine explosive Interaktion. Nein, das Dunkel dieser Zeit wird nicht als das allumfassende existenzielle Grauen dargestellt. Nein, Paul Mescal bekommt nicht die Gelegenheit für eine herausragende und spielfilmtragende Performance. Nein, wir haben hier auch keinen Gegenentwurf zum Tränendrüsen-Film.
Trotzdem schmeichelt das Werk durchgehend dem Auge und das Schmerz-Kino ist und bleibt ein vielgesuchtes Medium. Der Schlag in die Herzgegend in der Mitte und an Ende sitzt definitiv, kalkuliert hin oder her. Mehr wird aber vermutlich nicht in Erinnerung bleiben, auch wenn ich die Mischung zwischen nebulösen Fakten und Was-Wäre-Wenn wirklich einfallsreich fand. Vielleicht hinterlässt „Hamnet“ aber doch Spuren: Jessie Buckley liefert wie gewohnt und noch mehr, eine große Auszeichnung ist eigentlich auch ohne starke Pigmentierung unumgänglich. 

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