Vom Sombrero in die Haftanstalt!
Das Jahr 1946 war gekommen und die Reihe der Chan-Film schien auch weiterhin wie eine gut geölte Maschine zu laufen, denn noch mussten die Kinos bedient werden und das TV war noch nicht soweit, so dass es immer noch nach Futter für die „Double Bills“ bedurfte.
Allein an Kreativität mangelte es inzwischen doch schon beträchtlich, denn die Fälle wurden nun zunehmend unspektakulärer oder bedienten sich mehr als deutlich bei den alten Drehbüchern, wenn es um Plotelemente ging.
Auch „Dark Alibi“ ist im Wesentlichen unspektakulär, beginnt aber nach bekannten Mustern: hier wird nach einem Bankeinbruch ein Ex-Häftling des Mordes an einem Wachmann beschuldigt und steht kurz vor der Hinrichtung, als Chan in den Fall stolpert.
Auch in der Folge nur das Übliche: eine Pension voll vielfarbiger Charaktere, die alle als Verdächtige infrage kommen und bald ein Bezug zu Betrügereien über die Fingerabdruckabteilung des San Quentin Gefängnis. Der berühmte Knast sorgt dann für einige ordentliche Backgroundaufnahmen und bietet als (Studio-)Spielort etwas Abwechslung. Die betrifft allerdings hauptsächlich Tommy Chan und Birmingham Brown, die natürlich alsbald im Knast verlustig gehen und aufgrund ihres Ungeschicks in einer Zelle landen.
Das ermöglicht dann auch Mantan Morelands Bühnenpartner Ben Carter einen weiteren Auftritt in einem „Charlie Chan“, wobei die beiden einfach ihre Nummer rund um das „Sätze beenden, die nie ausgesprochen wurden“ wiederholen, sehr zum Missfallen von Benson Fong, der das nicht schon wieder ertragen will – um dann feststellen zu müssen, dass sein Vater diese Kunst auch beherrscht.
Der Fall an sich ist nicht sonderlich spektakulär, was aber generell meistens ein Problem ist, wenn Chan gegen eine Bande von Verbrechern antreten muss. Dafür sind seine Deduktionsfähigkeiten hier ein wenig mehr gefragt, jedoch wird hier enorm viel Platz für Albernheiten gelassen, denn neben den beiden Dauerspassvögeln und Browns einsitzendem Kumpel (rundum amüsiert die beiden) gibt es auch noch ein lustig gezeichnetes Insassen-Duo, welches San Quentin fast komplett jegliche Grimmigkeit nimmt. Zwischendurch wird dann auch noch in einem Lagerhaus für Theaterbedarf rumgeblödelt, wobei Moreland eigentlich auch nur sattsam bekannte Routinen wiederholt, wenn er sich vor alles und jedem erschreckt.
Den eigentlichen Bösewicht zu fnden, ist hier keine große Leistung, aber „Dark Alibi“ ist in dieser Hinsicht so dezentralisiert, dass sich nicht wirklich Aufregung einstellt, der Film bleibt eine gemütliche Runde um den Block, die durch einige gute Hintergrundtricks aufgewertet wird. (5/10)