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Der neue Jean-Pierre Jeunet, könnte man zumindest meinen. Diese Art Film ist lange her, aber die 90er sind schließlich gerade schick. Mit Hilfe aktueller technischer Mittel könnte so ein Projekt natürlich überambitioniert sein und vor allem die Optik statt kunstvoll nur künstlich sein. Könnte? Ist! "Amelie" und Konsorten gehen am falschen Tag und in falscher Stimmung schon an die Grenzen der nervlichen Belastbarkeit, eine Kopie auf Speed allerdings, ist dann von Anfang an wohl wenig erträglich. Ganz so schlimm war es nicht, aber ein leidiger Effekt, vor allem einer des konstruierten Kinos der Neuzeit. Ich habe etwas gesehen, aber es nicht gespürt. Eine interessante Geschichte, eine faszinierende Welt, großartige Darsteller, kurz jede Menge Potenzial. Damit eine vergebene Chance, ein totes Werk, ein Universum ohne Haptik. Vermutlich lags am Amerikaner, der den Europäer gibt, bisher eher auf Serienlänge kreativ sein durfte und als Film-Fan eine Million Ideen im Kopf hat. Ein Wirbelsturm der Referenzen, ein multipler Gedanken-Orgasmus, aber leider nicht der neue Kultfilm, mit dem ihr Eure Halbwüchsigen an die Stoffe der Großen ranführen könnt.

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