Franchises werden von Teil zu Teil schwächer - Antithese: Knives Out 3. Die vorherigen Teile fand ich alle einigermaßen gut, nicht aber besonders herausragend. Hier wird selbstverständlich auch wieder der Agatha Christie Geist beschworen, jedoch erstens ein tiefgründiges Hintergrund-Thema angepackt, zweitens der Stil der Vorgänger in der Umsetzung nochmal variiert. Nicht nur das unser geschätzter Ermittler jetzt als 00 Schneider durchgehen könnte, sondern ist die Mischung von durchdachtem Whodunit, punktiertem Witz und fesselndem Fahrwasser nahezu ideal austariert. Die Einführung in den Fall dauert nahezu ewig, ewig auch ohne Anwesenheit von Benoit Blanc, und sorry, die besten Minuten bisher der Reihe. Der Grund sind die hervorragenden Hauptcharaktere und deren noch bessere Darsteller. Josh O’Connor und Josh Brolin agieren unglaublich und stellen den restlichen, ebenfalls namenhaft besetzten Cast ziemlich in den Schatten. In der Folge tritt Craig dennoch charmant aus eben genannten auferlegten Selbigen und es wird wie gewohnt humorvoll, allerdings dezenter als schon erlebt und ohne ins allzu Groteske zu verfallen. Mehr Ernsthaftigkeit, aber wirklich die viel zitierte Kirchenkritik? Mitnichten oder besser gesagt im Gegenteil. Teil 3 ist ein tiefspiritueller Film, getragen durch ein geistliches Idealbild. O’Connor liefert jenes, der Priester, der seine Folgenden zum Licht führen kann. Nicht weil er manipuliert, nicht aus Hintergedanken, einfach weil er es beispielhaft in sich trägt. Da muss sogar ein rationaler Vorzeige-Atheist wie Benoit Blanc kurz innehalten und dieser doch fast übernatürlichen Menschlichkeit Respekt zollen.