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Dokufiktion auf Basis realer Undercover-Aufnahmen: Der halbdokumentarische Film erzählt die Geschichte einer Tierschützerin, die sich undercover in einem Tierversuchslabor einschleust, um Beweise für Tierquälerei zu sammeln.

Um die Identität der Whistleblowerin geheim zu halten, setzt der Film auf mit Schauspielern nachgestellte Szenen, die dramaturgisch und optisch mit Thriller-Elementen versehen sind. Der Fokus liegt auf der Gefühlswelt der Aktivistin: paranoid, in ständiger Angst aufzufliegen, leidend unter dem Gewissenskonflikt zwischen überzeugter Tierliebe und Anpassung an das Missbrauchssystem, um Beweise zu sammeln. Weil die echte Person hinter der Fiktion unsichtbar bleibt, entsteht keinerlei Nähe oder Mitfiebern. Der verengte Blick auf die Einzelperson wirkt unnötig aufgeblasen, ohne dass ein klarer Überblick auf das System der Tierversuche gelegt wird. Es gibt kaum Einordnung, kaum Zahlen, kaum Kontext zur Forschung (notwendiges Übel oder Pseudowissenschaft), zur Rechtslage (was ist erlaubt, was nicht), zu alternativen Forschungsmöglichkeiten etc.

Zu guter Letzt sind die Enthüllungen selbst nach Filmen wie The Animals Film (1981), Earthlings (2005), Dominion (2018), unzähligen PETA-Videos, Shockumentaries und Internet-Grausamkeiten längst nicht mehr schockierend. Dazu gesellt sich grässlich gefühlsduselige Kitschmusik, die ganz billig versucht, Emotionen aus den Zuschauern herauszupressen.

Nichtsdestotrotz muss die Leistung der Aktivistin gewürdigt werden, weil es wichtig ist, Missstände aufzudecken, besonders in isolierten, der Öffentlichkeit verborgenen Systemen wie dem der Tierversuchsanstalten. Leider ist das gewählte Format dieser Dokufiktion ungeeignet, um ihre persönlichen Opfer adäquat mitfühlen zu können, obwohl genau das das Hauptanliegen des Films ist. 

Inhaltlich sehr schwach, gestalterisch aber ambitioniert genug, um halbwegs unterhaltsam zu sein.

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