Review

"Horror"-Film über einen Untoten, der sich an den Lebenden rächt.

Story:
Die Studentin Helen Lyle will eine Arbeit über eine alte Legende, den sog. Candyman schreiben, der Ende des 19. Jahrhunderts gelebt haben und auf brutale Weise ermordet worden sein soll. Seitdem rächt er sich an den Lebenden, wenn diese seinen Namen 5 Mal im Spiegel aussprechen. Obwohl Helen zunächst sehr skeptisch ist, probiert sie es aus Neugier einmal aus. Kurz darauf passiert in einem Ghettoviertel der erste Mord - und Helen ist die Hauptverdächtige. Aus Mangel an Beweisen wird sie zunächst freigesprochen, doch schon bald darauf passiert wieder ein Mord. Dieses Mal ist das Opfer ihre Kollegin Bernadette. Sie wird in eine Irrenanstalt eingewiesen, kann jedoch fliehen und will sich dem Candyman stellen.

Die Story liest sich eigentlich nicht mal schlecht, allerdings hapert es an der Umsetzung doch gewaltig. Ich habe selten einen Horrorfilm (im Falle von "Candyman" ist die Genrebezeichnung fast schon ironisch) gesehen, der so dermaßen zäh und langweilig in Szene wurde wie dieses Machwerk. Nachdem man am Anfang noch Hoffnung schöpfen kann, der Filme kommt schnell in Fahrt, da der erste Mord (den man leider nicht sieht) nicht lange auf sich warten lässt, kommt schon sehr bald Ernüchterung. In der ersten Stunde (!) passiert so gut wie gar nichts, abgesehen von zwei kurzen Szenen, in denen mal Blut zu sehen ist. Ist die endlich überstanden, sollte man doch meinen, dass wenigstens die letzte halbe Stunde mal auf's Gaspedal getreten wird, aber Pustekuchen. Es gibt zwar noch ein paar Morde, aber die entschädigen auch nicht für den großen, langweiligen Rest. Der abschließende Showdown auf dem Scheiterhaufen ist auch jenseits von Gut und Böse und sieht mehr lächerlich aus furchteinflösend aus.

Um den sehr schwachen Eindruck noch zusätzlich zu verstärken, ist auch die Figur des "Candyman" mehr als peinlich geraten. Angst machen kann der Typ mal auf gar keinen Fall, coole Sprüche wie Freddy Krueger hat er auch nicht auf Lager, eher dümmliches Gesülze ohne Sinn und Verstand (mag vielleicht auch an der deutschen Synchro liegen) und an die Kompromisslose Abgeklärtheit von Jason Vorhees oder Micheal Myers kommt er auch bei weitem nicht dran.

Da fragt man sich allen Ernstes, warum der Film ab 18 freigegeben ist. Wegen dem bisschen Blut eine so hohe Wertung zu vergeben ist schon sehr fragwürdig. Da hab ich schon weitaus brutalere Filme gesehen, die ab 16 waren.

Fazit: Ein selten lahmer Horrorfilm, der im Grunde genommen komplett falsch aufgezogen ist. Hätte man die Story geradliniger mit mehr Morden präsentiert, wäre locker einen höhere Bewertung drin gewesen, aber so...

3 von 10 Punkten

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