Der Candyman - Stellt man sich vor einen Spiegel und lässt fünfmal den Namen "Candyman" von den Lippen, so erscheint er, um dir seinen Haken in den Körper zu rammen. Jedenfalls heißt es so nach der hier urbanen Legende, um die sich die Filmthematik dreht. Helen Lyle will sich mehr mit der Materie beschäftigen und untersucht näher die Schauplätze von Morden, die der Candyman begangen haben soll. Ob die Morde aber tatsächlich das Werk des Candymans waren, ist nie mit hundertprozentiger Sicherheit gewiss. Dem Zuschauer geht es ebenso; er weiß lange nicht genau, ob es sich hier nur um einen Mythos handelt oder nicht.
Der Legende um den Mann mit dem Haken ist es zu verdanken, dass sich "Candyman's Fluch" vom konventionellem Horror abheben kann. Nicht nur das Rätsel um seine Existenz ist spannend und interessant, sondern auch die Hintergrundgeschichte seines Todes. Diese lässt den Zuschauer den Candyman mit anderen Augen sehen und wird in narrativer Form wiedergegeben. Der Nachfolger geht auf diese Angelegenheit auch mit Bildern näher ein. Die unvorstellbare Brutalität der Hinrichtung des Candymans kommt so noch etwas stärker zur Geltung, ebenso wie die symbolhaften Bienen, die ihm den Tod brachten. Neben der Hauptthematik findet sich allerdings auch Kritik wieder, die unter anderem die Voreingenommenheit gegenüber Schwarzen verurteilt. Luftaufnahmen der geometrischen Häuser, sowie die Darstellung des inneren Zustands der vermoderten Gebäude vermitteln einen üblen Eindruck der Wohnverhältnisse dieser Gegend.
Mit einer anderen Art der Spannung, mit stimmungsvoller Akustik und trotz einer geringeren Mordrate hat "Candyman's Fluch", der bisher zwei mehr auf Blut fixierte Fortsetzungen zur Folge hatte, längst einen klassischen Status erlangt.