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Helen Lyle und ihre Freundin Bernadette Walsh schreiben eine Dokumentation über urbane Legenden. Das Ziel der beiden ist es, eine Arbeit abzuliefern mit neuen und vor allem aktuellen Informationen und nicht etwas zu schreiben, was eh schon jeder weiß. Sie fangen damit an, viele verschiedene Leute zu interviewen und kommen so auf die Geschichte des Candyman. Wenn man fünf Mal vor dem Spiegel seinen Namen ausspricht, soll der Candyman erscheinen und einen mit einem Haken anstelle seiner Hand brutal aufschlitzen. Helen und Bernadette glauben an das Märchen nicht. Zum Spaß sagt Helen seinen Namen fünf Mal, doch mit einem flauen Gefühl im Magen. Kurze Zeit später gibt es die erste Leiche, und man verdächtigt sofort Helen, da sie am Tatort aufgefunden worden war. In Wahrheit aber war es der Candyman, der seine Morde alle Helen in die Schuhe schiebt, um sie dann auch ins Reich der Toten zu holen. Doch so leicht gibt sie sich nicht geschlagen.

Candyman ist jetzt nicht der typische Slasher von der Stange, sondern bietet intelligenten Grusel zusammen mit einer gelungenen Atmosphäre angefeuert von einem stimmigen Score. Die Geschichte basiert auf einer Kurzgeschichte des britischen Altmeisters Clive Barker und erzählt die urbane Legende eines Sklavensohns, dem aus Rache dafür, das er eines reichen Mannes Tochter geschwängert hat und mithilfe von Honig und Bienen grausamst umgebracht wurde, vorher ward die rechte Hand abgehackt und durch einen Haken ersetzt. Das brachte ihn den Spitznamen Hakenmann ein und wenn man fünf Mal vor dem Spiegel seinen Namen sagt erscheint er und tötet denjenigen auf unschöne Weise.
Diese Story wird hier zwar auf ruhige, aber nichts desto weniger intensive, Art erzählt. Bis der Candyman sein Gesicht zeigt ist zwar schon der halbe Film rum, aber selbst die Vorgeschichte ist gut erzählt und läßt schon erahnen, welche Fiesheiten noch kommen werden. Zwei Doktorantinnen widmen sich der Legende und untersuchen Morde in einem heruntergekommenen Gebäudekomplex. Ich bezeichne solches Vorgeplänkel gerne schonmal als langweilig, aber hier tut es der Spannungskurve sogar gut. Candyman zielt auch nicht auf blutiges Gemetzel aus, sondern attackiert eher mit psychischem Schrecken. Blut fließt zwar auch nicht gerade wenig, aber das ist nicht selbstzweckhaft, sondern unterstützt den Terror nur noch. Bald kann weder der Zuschauer noch die Protagonistin Helen zwischen Realität und Wahnvorstellungen unterscheiden.
Unterstützt wird das ganze noch durch die guten Darsteller. Virginia Madsen macht eine gute Arbeit als Betroffene deren Leben durch des Hakenmanns Wirken zunehmend in einen Albtraum abgleitet und Tony Todd versteht es allein durch seine Präsenz und seine Stimme so etwas wie das abgrundtiefe Böse zu schaffen, für ihn denke ich war das DIE Rolle seiner Karriere. Wer immer eine Vorliebe für das unheimlich Horrible hat, sollte zumindest mal hier vorbeigeschaut haben.
8/10

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