Review

Eine möglichst abstruse, absurde Geschichte, ein Poster, dass an andere Filme wie 57 Seconds (2023) oder Eraser: Reborn (2022) erinnert, auch aus der gleichen Melange gestrickt, hier als Tubi Original in Verbindung mit The Asylum, ein Vertreter eine kleines, nicht zu kleinen Streamingdienstes, die ihre Klientel im Grunde mit dem gleichen versorgen wie Prime oder Netflix, nur eben eine Nummer kleiner, keine wirklichen Stars, wenig Werbung, jetzt nicht so Aufmerksamkeits- und Effektheischend, dazu fehlt schlichtweg die Größe und das Potenzial, man bemüht sich drum:

Auf einer Presseerklärung nach einer Friedenskonferenz mit dem russischen Präsidenten erledigt die amerikanische POTUS at Collins [ Gail O'Grady] scheinbar einen Herzinfarkt, trotzt eingesetzten Herzschrittmacher, der ihr nun in regelmäßigen Abständen arge Zustände bereitet. Ihr Bodyguard Jacob Pike [ Jesse Kove ], der heimlich mit der Tochter der Präsidenten, Amelie Collins [ Gina Viroti ] liiert ist, fallen nicht nur beim Transport ins Krankenhaus mehrere Ungereimtheiten auf, die er auch seinen Vorgesetzten [ Lorenzo Lamas ] und Kollegen Tom Marcus [ David Chokachi ] sowie seinem Team 'Breacher [ Paul Logan ] und Tony Reyes [ Johnny Pacar ] kundtun, als auch bald in Form einer Warnung per SMS auftaucht. Jemand hat ferngesteuert Zugriff auf den Pacemaker und droht nicht bloß mit dem Ausschalten dessen, sondern auch einer schmutzigen Bombe.

Hier mit nationalen und internationalen Gestus gehalten, ein Weltgeschehen, mit entsprechenden Gesten, mit einer Abschließenden Erklärung für die Ohren und Augen der Welt, eine Attacke auch gleich auf die amtierende Präsidenten, mitten während dem Gespräch, USA und Russland nur scheinbar vereint, ein Oligarch hat die geheime, die destabilisierende Führung, die globalen Verbindungen und Kontakte beizeiten geknüpft, beizeiten gestört auch, ein KTW mit Konvoi als Begleitschutz auf dem Weg ins Hospital, eine Notfallmission, "the paacemaker malfunctioned", eine Drohung ausgesprochen, eine zwölfstündige Frist, ein schneller Start. Beweise der Gefahr werden gleich gezeigt, ein Countdown läuft, ein Terroranschlag, eine Erpressung, zuweilen will man größer sein als es tatsächlich wirkt, ein Misstrauen in die Installation, in die Affekttechnik. Eine Verlegung auf die Intensivstation, eine Benachrichtigung an die Familie, ein Raum ohne Wi-Fi, dafür das restliche Krankenhaus mit WLAN, heutzutage eine Arbeit ohne nicht mehr mögliche, der Papierkram hat ausgedient, man braucht Zugang zum Intranet zumindest. Um Legalität und Illegalität wird hier gestritten, die Präsidenten von außen auch unter Druck, unter Beschuss, wörtlich gesprochen, nicht buchstäblich, die Kritiker zerstreiten sich um die Handlung aus dem Oval Office, einige markante männliche Figuren hier vorgestellt, rasend im Tempo, das Heil in der Flucht gesucht, die Beine in die Hand genommen, "Chances are slim, but...", ein aber immer hier geboten zur Verlängerung der Handlung, zum Aufbau der Dramaturgie, der Geschichte, der Narration.

Ein erhöhter Technikeinsatz und eingangs viel Dialog und Monolog im rasenden Gespräch wird geboten, alles ist asap, eine kritische Situation, eine schlechte Ausgangsposition, zwei verschiedene Operationen, divergierende Missionen, ein bisschen Pathos, etwas Emotionen, ein paar Anzugträger im Haus, eine weitverzweigte Geiselnahme, eine bürokratische Prozedur auch, Konflikte, die selbst gemacht sind und herausgefordert, dazu ein Rückblick drei Stunden vor dem Ereignis, ein Füllen der Geschichte mit persönlichen und privaten Beziehungen, eine Unnötigkeit eigentlich, und man hält auch die Socken im Bett noch an, nur wirkliche die feine englische Art, ein bisschen steif und bieder schon. Die männlichen Kameraden sind eigentlich ganz präsent und präsentabel ausgesucht, der Vizepräsident übernimmt als Interim, eine bisschen MAGA auch, das gehört zum guten Ton; Tubi im Grunde nur für die Vereinigten Staaten von Amerika gehalten, dort seine Kundschaft suchend und findend, mit ähnlichen Szenarien, eine Übung im Genre der Materie, dazu das Aufspüren der Attentäter, nach New Orleans geht es, schwer bewaffnet und höchst eilig, Antworten werden gesucht, Brotkrumen gefolgt, die Stürmung einer Anlage, vier Männer der Taktik, mit erhobenen und schussbereiten Waffen, etwas steril gehandhabt, die Kameraarbeit aber übersichtlich und in Ordnung, ein "proper sweep" veranstaltet, die ausbrechende Schießerei ein bisschen fahrlässig gefilmt und montiert, mit CGI Blut und ungewöhnlichen Zeitlupen, dazu sieht man auch zuweilen die Schatten der Kameras, wenn auch nur für eine Viertelsekunde, das reicht dem Kundigen zum Entscheiden über die Güteklasse, ein Hin und Her der Diagnose, "stay frosty out there", dazu ein paar Nebenschauplätze, etwas für die ganze Familie, eine Schwangerschaft wird verkündet, natürlich nicht die der First Lady.

Ein Wettlauf findet statt, verschiedene Kontakte, verschiedene Berührungspunkte, unterschiedliche Interaktionen, differenzierende Truppen im Einsatz, verschiedene Zusammenstellungen, ein Dreier-Gespräch über das Telefon zwischendurch, eine Verlegung der Patientin, eine Reise nach Las Vegas nun, gleiche Prämisse, gleiche Widerstände, die Gegenüber zahlenmäßig gut aufgestellt, ein Schusswechsel in einer Villa, vorher war es eine Lagerhalle nur, dazu etwas Handgreiflichkeiten, Diskurse mit Fäusten und Beinen, zwischendurch Befragungen veranschlagt, ein von A nach B nach C nach D, eine gefakte Häuserexplosion auch, dahin ging das Geld sicher nicht oder reichte nicht dafür, die Tricks hätte man sich ganz sparen können, dann lieber ganz lassen, als es krampfhaft versucht zu tun. Dafür werden sich andere Gedanken gemacht und auch ausprobiert, ein Maulwurf gesucht, viel in Bewegung geblieben, und versucht, das Tempo oben zu halten, falsche und richtige Verdächtigungen ausgesprochen, verschiedene Stätten umfahren oder anvisiert, verschiedene Möglichkeiten angedacht und studiert, und überall auf feinde und Auseinandersetzungen gestoßen. Die Actionquota ist für ein Werk aus dieser Quelle durchaus in Ordnung, die Umsetzung mit all oder trotz aller sichtlichen Schwächungen eigentlich auch, es wird sich bemüht um Konfrontation und Angriff und Verteidigung; und die Airforce One wird auch aufgesucht, ein großes Flugzeug bereitgestellt, zumindest so getan als ob, Air Force One Down - Die Agentin des Präsidenten (2024) quasi, unter anderen Voraussetzungen, mit ähnlichen Prämissen, mit ähnlichen Umsetzungen, als schnelles Konsumentenfutter, nichts für die Ewigkeit, für das Goutieren, das Unterhaltungsprogramm, ein stures, aber breitschultriges Agitieren.

Details
Ähnliche Filme