Das knapp halbstündige Essay „Escaping Modesto“ von Krister Persson betrachtet die Person des George Lucas und die Verbindungen zwischen seinem Leben und einiger seiner Filme. Somit handelt es sich nicht um eine klassische Dokumentation über sein Leben, sondern um das Aufzeigen von Verknüpfungen. Dabei geht Persson auf einige Erlebnisse von Lucas ein (und datiert dessen Autounfall inkorrekt) und zieht Parallelen zu seinen Werken „THX 1138“ (1971), „American Graffiti“ (1973) und natürlich auch „Star Wars“ (1977).
Hier fließen Lucas' Jugendjahre und die Zeit auf der Filmschule ein, Persson sucht und findet hierfür Spiegelungen in den Filmen und der Machart. Dies wirkt oft aus einer wohlwollenden Sicht, obwohl „Escaping Modesto“ nicht in Lobhudelei verfällt. Die Parallelen sind interessant und meist einleuchtend dargelegt, der Film beschränkt sich auch überwiegend auf das Herausarbeiten dieser Punkte und ist also ebenso wenig eine Doku über die genannten Filme selbst.
Gegen Ende kommt dann noch das oft diskutierte Thema des Revisionismus' auf, die Änderungen an seinen Filmen haben Lucas generell viel Kritik eingebracht. Früher haben die Studios bei seinen ersten Werken reingepfuscht und die Frage, ob es einen Unterschied macht, wenn der Autor dies selbst bewerkstelligt, ist durchaus interessant. Die Beantwortung bleibt jedem selbst überlassen, Persson stellt die Gegensätzlichkeit zwischen der Präservation originaler Fassungen und der späteren Anpassung in den Raum, hat aber auch eine Tendenz.
„But I want it to be the way I want it to be.“
„Escaping Modesto“ ist ein interessantes filmisches Essay zum Autor und Filmemacher George Lucas und versucht sich an der Verbindung von Person und Werk. Dies geschieht anschaulich und kurzweilig, hätte gerne länger dauern dürfen, ist aber auch in seiner vorliegenden Form eine sehenswerte Dokumentation.